Das Auto winterfest machen und entspannt in die kalte Jahreszeit starten

Zuletzt aktualisiert:

Der heiße Sommer kann nicht darüber hinwegtäuschen – der Winter steht in den Startlöchern. Zeit, sich vorzubereiten!

Hinter uns liegt ein heißer Sommer mit 78 Sommertagen in Zwickau, einem Höchstwert von 35,3 °C und vielen entspannten Stunden in der Sonne. Das kann jedoch nicht vergessen machen, dass es in der Region nicht nur einige heftige Unwetter gab, sondern zu Beginn des Jahres auch 54 Frost- und 16 Eistage. Alles spricht dafür, dass Väterchen Frost auch am Ende von 2018 alles geben und das Land mit Schnee und Eis überziehen wird. Wer dann auf das Auto angewiesen ist, sollte gut vorbereitet sein. Wir haben einige wichtige Tipps.


Alles beginnt mit den passenden Reifen

Die passenden Pneus sind in der kalten Jahreszeit wichtig wie selten. Auch wenn es keine gesetzlichen Vorschriften über den Zeitpunkt des Reifenwechsels gibt, wer bei Schnee und Eis mit den falschen Reifen erwischt wird, muss Strafe zahlen. Die meisten Autofahrer richten sich nach der „O bis O“ Regel und verzichten zwischen Oktober und Ostern auf die Sommerpneus. Allerdings ist der Oktober nicht der beste Zeitpunkt für den Kauf neuer Reifen, und ebenfalls nicht der Sommer, wie man vermuten würde. Eine Analyse von idealo hat ergeben, dass Winterreifen im November am günstigsten zu kaufen sind. Gibt es also einen goldenen Oktober, dann kann man mit dem Kauf der neuen Reifen noch etwas warten und sparen.

Ob man zu speziellen Winterpneus oder Allwetterreifen greift, hängt nicht nur am persönlichen Geschmack. Natürlich müssen Reifen gewechselt und eingelagert werden, doch wer in Höhenlagen mit extremen Wetterereignissen wohnt, der ist mit speziellen Reifen für die kalte Jahreszeit am besten beraten. Wir in Zwickau haben jedoch mildes und gemäßigtes Klima, sodass man hier gut mit Ganzjahresreifen auskommt. Das gilt vor allem, wenn man nicht zwingend auf das Auto angewiesen ist.

Übrigens: Mit einer Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern im Hauptprofil bieten Reifen die größte Sicherheit. Gesetzlich vorgeschrieben sind nur 1,6 Millimeter.


Türdichtungen können frieren und dauerhaft beschädigt werden

Manche Automarken sind dafür berüchtigt, dass bei Kälte die Schlösser zufrieren und die Türen sich dann nicht mehr schließen lassen, was zum Beispiel bei manchen VW Passat vorkommen kann. Mit einer guten Pflege lässt sich hier nur einigermaßen vorbeugen. Was man jedoch immer tun kann, ist die sachgerechte Instandhaltung der Gummidichtungen, was bei allen Wagen zwingend notwendig ist. Die wetterfühligen Türdichtungen lassen sich nach der gründlichen Reinigung mit Glyzerin, Silikon oder schlicht Vaseline davor bewahren, brüchig zu werden. Damit sollte man bereits vor den ersten frostfreien Nächten beginnen.


Die Batterie sorgt häufig für Pannen

Eine der häufigsten Ursachen für Winterpannen wartet direkt unter der Motorhaube: die Batterie. Diese zeigen sich wesentlich öfter frostempfindlich, als man denken würde, und sollten beim ersten Stottern gecheckt oder gleich ausgetauscht werden. Ein Wechsel ist ohnehin nach spätestens sechs Jahren nötig, kalte Winter können diese Zeitspanne noch verkürzen. Wer seine Kraftspeicher möglichst lange am Leben halten will, der reinigt sie regelmäßig. Durch feuchten Schmutz kann nämlich Kriechstrom entstehen, der für eine dauerhafte Entladung sorgt.


Freie Sicht? Nur mit gut gepflegten Wischblättern

Dunkelheit, Nässe und Schmutz beeinträchtigen die Sicht in der kalten Jahreszeit ohnehin, doch beschädigte Wischerblätter können im Verkehr für kleine Katastrophen sorgen. Wie schnell hat man einen Fußgänger in dunkler Kleidung oder einen Radfahrer ohne geeignete Beleuchtung übersehen, und schon ist das Unglück passiert. Aufgrund der Umstände verzeichnet die Unfallstatistik im Winter einen deutlichen Anstieg der Straßenverkehrsunfälle.  Durch saubere Scheiben und intakte Wischer lässt sich das Risiko deutlich minimieren. Zeichen sich an den Wischern kleine Risse, sollten sie umgehend ausgetauscht werden. Die Scheiben sollten immer sauber gehalten werden.

Tipp: Ist die Scheibe einmal sehr verschmutzt, kann man sich mit einer halben Kartoffel behelfen. Reibt man mit der Schnittfläche über das Glas, werden auch stärke Verschmutzungen zuverlässig entfernt. Gegen das Beschlagen im Inneren ist Zitrone ein beliebtes Hausmittel. Reibt man mit einer halben Zitrusfrucht über das gereinigt Glas und wischt mit einem Küchentuch gründlich trocken, kann Feuchtigkeit nicht mehr so einfach anhaften.

Übrigens ist auch der Frostschutz im Scheibenwischwasser eine der wichtigsten Komponenten für freie Sicht – doch nicht nur dort ist er unverzichtbar.


Ohne Frostschutz geht im Winter nichts

Sobald die kalten Tage nahen, sollte der Frostschutz von Kühler- und Scheibenwaschanlage auf Herz und Nieren geprüft werden. Die meisten gängigen Mittel decken Temperaturen bis minus 25 °C ab, was in Zwickau und Umgebung mehr als ausreichend sein sollte. Fällt das Thermometer allerdings weiter, wie es 2017 der Fall war, als das Tief Angelika Sachsen im Klammergriff hatte und für Temperaturen von bis zu minus 31 °C sorgte, müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. Dann erhöht man entweder die Konzentration des Mittels oder greift zu einem anderen Fabrikat.

Wichtig ist auch der Kühler-Frostschutz. Fällt er aus, kann der Motor im Extremfall einen dauerhaften Schaden nehmen. Kontrollieren sollte man dessen Zustand allerdings tunlichst nur bei kaltem Motor, da man sich sonst verbrühen kann.


Wann braucht es ein Winter-Motoröl?

Je tiefer die Temperaturen, desto dickflüssiger das Öl. Das liegt unter anderem an den Rückständen, die sich im Laufe des Jahres angesammelt haben. Der jährlich anstehende Ölwechsel kann auch zu Beginn des Winters noch vorgenommen werden, da der Kaltstart sonst nicht mehr so gut vom Öl abgedeckt wird. Droht extreme Kälte, ist der Umstieg auf ein Winteröl die beste Wahl. Dieses ist deutlich dünnflüssiger als ein Sommeröl und bringt den Wagen zuverlässig über den Winter.

Manche Fahrer sind angesichts der riesigen Auswahl an Ölen unsicher, welches sie wählen sollen. Ein Blick unter die Motorhaube kann helfen, denn oftmals hängt die zuständige Werkstatt einen Hinweiszettel an.

Mit diesen Tipps sollten Autofahrer gut und sicher durch die kalte Jahreszeit kommen, die durchaus ihre eigenen, rauen Reize hat – wenn diese auch nicht im Straßenverkehr zu finden sind.