Der Weg zum Mauerfall - heute vor 30 Jahren

Mit dem Herbst 1989 beginnt das letzte Kapitel der DDR. Tausende sind auf der Flucht, Tausende demonstrieren auf den Montagsdemos für freie Wahlen, für Pressefreiheit, für Demokratie.

Den 40. Geburtstag erlebt die Deutsche Demokratische Republik noch - gut einen Monat später wird ihr endgültiges Ende eingeläutet. Als Politbüromitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 auf einer Pressekonferenz mehr oder weniger den Fall der Berliner Mauer verkündet - "nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich".

Es ist die Nacht, in der Deutschland wieder eins zu werden beginnt. Freudentränen, Jubel, der Aufbruch in eine neue Zeit. In unserer Wendechronik blickt Marcel Wentzke auf die Meilensteine auf dem Weg zum Mauerfall zurück.

9. November 1989

Am Abend werden ihn die „Tagesthemen“ als historischen Tag bezeichnen – und nichts weniger ist dieser 9. November 1989. Als SED-Politbüromitglied Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz die Öffnung der Grenzen verkündet, liegt sich kurze Zeit später Ost und West in den Armen. Es ist die Nacht, in der Deutschland wieder eins zu werden beginnt.


7. November 1989

Die komplette DDR-Regierung tritt zurück. Einen Tag später folgt ihr das SED-Politbüro. Und Hunderttausende demonstrieren am Vorabend gegen ein geplantes Reisegesetz: „Wir brauchen keine Gesetze – die Mauer muss weg“.


4. November 1989

„Das Volk sind wir – gehen sollt ihr“: In Ost-Berlin findet die größte Protestkundgebung in der Geschichte der DDR statt. Auf dem Alexanderplatz hören 500 000 Demonstranten Schauspielern, Schriftstellern und Bürgerrechtlern zu. Vertreter von SED und Politbüro werden ausgepfiffen.


1. November 1989

Egon Krenz versucht in Moskau an Geld für die DDR zu kommen – vergeblich. Doch die DDR ist nicht nur fast pleite, sondern blutet auch weiter aus: Tausende strömen wieder über die Grenze in die ČSSR.


23. Oktober 1989

Die Zahl der Demonstranten steigt explosionsartig an. Nachdem Egon Krenz als Nachfolger Erich Honeckers installiert wurde, gehen DDR-weit Zehntausende auf die Straße – in Stralsund, Halle, Magdeburg, Berlin, Zwickau, Dresden und Schwerin. In Leipzig sind es 300 000.


18. Oktober 1989

Polit-Showdown im SED-Politbüro: Erich Honecker wird zum Rücktritt gezwungen. Egon Krenz übernimmt – und will eine Wende einleiten.


16. Oktober 1989

Woche für Woche versammeln sich immer mehr DDR-Bürger bei den Montagsdemos. Allein in Leipzig sind es an jenem Montag 120 000. Sie rufen „Demokratie – jetzt oder nie“ und „Gorbi, Gorbi“ – der Protest wird lauter.


9. Oktober 1989

Die friedliche Revolution in der DDR erreicht ihren ersten Höhepunkt. Bei der Montagsdemo in Leipzig sieht sich die Staatsmacht 70 000 Demonstranten gegenüber.


7. Oktober 1989

Die Republik hat Geburtstag: 40 Jahre DDR. Während die Staats- und Parteiführung feiert, werden die Proteste lauter. Und in Plauen findet die erste Großdemo statt.


4. Oktober 1989

Kaum sitzen die Flüchtlinge aus der Prager Botschaft im Zug Richtung Westen, füllt sich die Botschaft erneut mit DDR-Bürgern. Am 4. Oktober 1989 eskaliert die Situation in Dresden.


30. September 1989

Tausende DDR-Bürger harren in der bundesdeutschen Botschaft in Prag aus – bis Hans-Dietrich Genscher kommt und eine erlösende Botschaft verkündet.