• Foto: Fotolia.com © Stockwerk-Fotodesign #133503484

    Foto: Fotolia.com © Stockwerk-Fotodesign #133503484

Mehr Sicherheit durch Smart-Home-Technologien

Zuletzt aktualisiert:

Smart-Home-Technologien werden deutschlandweit immer beliebter. Das liegt nicht zuletzt an den immensen Vorteilen, die sie mit sich bringen: Der Großteil der Nutzer schätzt den höheren Komfort, doch auch in Sachen Energieeffizienz und Sicherheit haben smarte Features einiges zu bieten. Dennoch ist längst nicht alles davon auch sinnvoll.

Allgemeines zu Nutzung und Interesse

Im April 2018 hat das internationale Wirtschaftsunternehmen Deloitte die Ergebnisse einer Befragung zum Thema Smart Home veröffentlicht. Insgesamt wurden 2.000 Menschen in Deutschland zwischen 19 und 75 Jahren befragt.

Unter anderem ging es darum, welche Motive für die Nutzung von beziehungsweise welche Interessen an Smart-Home-Technologien bestehen. 56 Prozent der Befragten gaben den zusätzlichen Komfort an, bei 49 Prozent ist die zusätzliche Sicherheit ausschlaggebend. Auch die Senkung der Heiz- und Stromkosten ist für viele (38 Prozent) ein Motiv. Dabei wurde auch ein Vergleich zu der gleichen Studie aus dem Jahr 2015 gezogen. Deutlich erkennbar ist, dass inzwischen mehr Gründe für die Nutzung von Smart-Home-Features genannt wurden und die Relevanz insgesamt angestiegen ist.

Zudem wurde bei der Untersuchung erfragt, welche smarten Features die Probanden bislang nutzen, welche Anschaffungen im nächsten Jahr geplant sind und woran Interesse besteht. Am häufigsten vorhanden sind smarte Schalter und Steckdosen (18 Prozent), gefolgt von Lautsprechersystemen (15 Prozent) und Leuchten (12 Prozent). Vernetzte Heizungen und Thermostate sowie Alarmsysteme liegen bei jeweils 10 Prozent.

34 Prozent der Befragten gaben an, grundsätzlich an einer Investition in Elementarschutzsysteme sowie Alarmsysteme interessiert zu sein. Überwachungskameras sowie Heizungen und Thermostate liegen mit 33 Prozent knapp darunter.

Insgesamt hat die Verbreitung von Smart-Home-Technologien im vergangenen Jahr ein erhebliches Niveau erreicht. Die meisten Features finden sich in den Haushalten der 25- bis 34-Jährigen, das größte Interesse an den Technologien hat die Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen.

Das kostet ein intelligentes Zuhause

Vom Kühlschrank mit Verbindung zum Smartphone über vernetzte Alarmsysteme bis hin zum intelligenten Heizen – die Möglichkeiten, aus dem Zuhause ein Smart Home zu machen, erfüllen eine große Spannbreite. Das gilt dementsprechend auch für die Kosten.

Wie teuer ein Smart Home also tatsächlich ist, lässt sich also nicht pauschal sagen. Die Antwort auf die Frage lautet daher: Es kommt darauf an. Denn genauso wie bei den Möglichkeiten, ist auch bei den Kosten die Spannbreite sehr groß.

Einfache Nachrüst-Systeme und intelligente Alarmsysteme gibt es schon für wenige hundert Euro, smarte Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschine, Waschmaschine und Kühlschrank liegen preislich schon deutlich höher. Wer aber plant, das Haus vollständig zum Smart Home umzurüsten, muss schon sehr tief in die Tasche greifen.

Grundsätzlich hängen die Kosten auch davon ab, für welche Vernetzungstechnik man sich entscheidet und wie viele Endgeräte eingebunden werden sollen. Daher sollte man sich über mögliche Maßnahmen und anfallende Kosten informieren, bevor das Projekt „Smart Home“ startet.

Finanzierungsmöglichkeiten für das Smart Home

Ein Haus lässt sich auch immer nachträglich smart machen, etwa im Rahmen einer Sanierung für mehr Energieeffizienz oder einer intelligenten Jalousie- und Rollladensteuerung. Oder aber man plant beim Neubau direkt Smart-Home-Features mit ein. Solche umfangreicheren Maßnahmen sind finanziell eine große Belastung.

Damit dennoch der Anreiz da ist, auf smarte Technologien umzurüsten, werden verschiedene Bau- und Einzelmaßnahmen bezuschusst. Unter anderem sind das das energieeffiziente Umbauen, um langfristig die Kosten für Heizung, Strom und Wasser zu senken, sowie smarte Maßnahmen für verbesserten Einbruchsschutz.


Diese Fördermittel stammen vorwiegend von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wie hoch die Fördersumme pro Wohneinheit ausfällt, hängt davon ab, welches KfW-Programm umgesetzt wird. Bei manchen Programmen erhält man zusätzlich einen Zuschuss für die Kredittilgung.

Abgesehen davon, gibt es von manchen Anbietern von Smart-Home-Systemen Zuschüsse für die Kunden in Form von Rabatten auf Smart-Home-kompatible Geräte. Außerdem bieten die jeweiligen Bundesländer Förderungen für Smart-Home-Projekte an. Wenn die Rechnungen für die Baumaßnahmen per Überweisung beglichen wurden, können Hauseigentümer die Ausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend machen und damit die Investitionskosten zumindest nachträglich senken.

Smart Home: Was sich lohnt und was nicht?


Die Möglichkeiten, das eigene Zuhause smart zu machen, sind vielfältig. Aber längst nicht alles, was es in Sachen Smart Home zu kaufen gibt, lohnt sich. Manches ist eher eine technische Spielerei als eine sinnvolle Investition.

Das sollte ein Smart Home haben

Die Smart-Home-Technologie macht das Leben im Haus um einiges komfortabler. Doch neben dem Komfort sollten Hauseigentümer bei der Entscheidung für smarte Features verstärkt auf Sicherheit und Energieeffizienz setzen. In diesem Bereich gibt es einige sinnvolle Smart-Home-Technologien.

•    Weniger Energieverbrauch

Wer die Heizung im Haus an das Smart-Home-Netzwerk anschließt, kann seine Heizkosten deutlich senken. Smarte Heizungen lassen sich so einstellen, dass sie die Räume auf die richtige Temperatur aufheizen. Wenn man von der Arbeit kommt, ist das Haus bereits aufgewärmt.

Die Thermostate in einem smarten Heizsystem sorgen ebenfalls dafür, dass insgesamt weniger Wärmeenergie verbraucht wird. Wenn genügend Sonne in den Raum scheint, ein Fenster zum Lüften offensteht oder niemand im Raum ist, registrieren spezielle Sensoren in den Thermostaten das und drosseln dann die Raumtemperatur.

Ähnliche Sensoren gibt es für die Beleuchtung. Smarte Lampen schalten sich automatisch ab, wenn sich keiner im jeweiligen Zimmer befindet. Mit schaltbaren Steckdosen kann man Elektro-Geräte von der Stromversorgung trennen, wenn sie nicht gebraucht werden, und vermeidet damit den Standby-Modus. Durch diese Maßnahmen lässt sich eine Menge Strom sparen.

•    Mehr Sicherheit

In Sachen Brandschutz ist es ein großer Vorteil, wenn man den Herd und andere Feuerquellen mit dem Smartphone von unterwegs abstellen kann. Smarte Rauchmelder senden eine Nachricht ans Smartphone und alarmieren die Feuerwehr, sobald sie Rauchentwicklung erkennen. Auf diese Weise kann man effektiv einen Hausbrand verhindern.

Auch Einbrüche lassen durch Smart-Home-Technologien vereiteln. Alarmsysteme, die an das Netzwerk angeschlossen sind, können an das Smartphone Benachrichtigungen verschicken, sobald sich jemand Unbefugtes versucht, sich Zugang zum Haus zu verschaffen.


Smarte Überwachungskameras übermitteln ihre Aufnahmen an das Smartphone, sodass man jederzeit sehen kann, wer sich in unmittelbarer Nähe zum Haus herumtreibt. Sensoren an den Fenstern registrieren es, wenn sich jemand daran zu schaffen macht, und leiten diese Information an die Alarmanlage weiter, die dann auslöst.

Mit diesen technischen Sicherheitsvorkehrungen ist es möglich, frühzeitig die Polizei einzuschalten und zu handeln, bevor etwas passiert. Nicht so wie erst kürzlich in Zwickau-Marienthal, wo es gleich in mehreren Häusern Einbrüche gegeben hat.

Das braucht ein Smart Home nicht


Manche Features der Smart-Home-Technologie mögen sehr praktisch sein, den Alltag vereinfachen und dazu noch bares Geld einsparen. Bei anderen ist der wirkliche Nutzen eher fraglich. Einiges scheint eher ein zusätzlicher Luxus zu sein statt einer Unterstützung im Alltag. Das betrifft vor allem die Vernetzung von Haushaltgeräten.

Braucht man eine Benachrichtigung auf dem Smartphone, wenn die Waschmaschine fertig ist? Und wie wichtig ist es, dass der Toaster morgens schon die Toastscheiben fertig hat, wenn man in die Küche kommt?

Manche Features mögen zwar praktisch sein, können aber die Sicherheit gefährden. In dem Fall sollte auch gut überlegt sein, ob es wirklich so viel Automatisierung und Technisierung im Haus sein muss. Besonders was die Zugänge zum Haus betrifft.

Smarte Türschlösser und Garagentore beispielsweise sind über das Netzwerk mit dem Smartphone des Hauseigentümers verbunden. Sobald dieser einen bestimmten Radius um das Haus herum betritt, öffnen sich Tür und Garage automatisch. Da das Internet immer wieder Sicherheitslücken aufweist, können sich Hacker und auch potenzielle Einbrecher über die Netzwerkverbindung Zugang zum Haus verschaffen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Bei solchen Features im Smart Home sollte daher immer die Sicherheit Vorrang vor dem Komfort haben. Schlussendlich muss aber jeder für sich wissen, wie smart das Zuhause sein soll.