1. Mai: Interessante Debatte zu Topthema der Zwickauer Region
Diese Diskussionsrunde am 1. Mai auf dem Zwickauer Hauptmarkt verdiente die Note 1. Gesprochen wurde über die Gefahr, dass die Region beim Wandel zur E-Mobilität Schaden nimmt, und darüber, was dagegen zu tun ist. Thema richtig, Antworten konkret.
Das Zwickauer VW-Werk kann im Jahr 360.000 Autos herstellen, gebaut werden 240.000, sagte Uwe Kunstmann, der Betriebsratsvorsitzende Sachsen, also „ein Drittel der Kapazität weg“. Es droht, dass das Zwickauer Werk zum Zwei-Schicht-Werk wird, hieß es zu Beginn der Gesprächsrunde. Und es wurde klargemacht, dass die gesamte Region zur Zwei-Schicht-Region werden könnte.
Die E-Autos gehen nicht so weg, wie gehofft wurde. Von einer Delle war die Rede. Was tun? Dirk Schulze, der IG-Metallchef von Berlin, Brandenburg und Sachsen, verlangte mehr Unterstützung vom Staat. Stichpunkte: einheitliche Ladestrompreise, bessere Lade-Infrastruktur. Und dann sinngemäß das Drehen am Preis für die Autos. „Für Autos, die man kauft, muss man auch 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen. Vielleicht kann ja der Staat auf einen Teil davon oder am besten auf alles verzichten“, regte Schulze an, „da hätten wir eine indirekte Verkaufsförderung.“ Einfuhrzölle für E-Autos waren ein weiterer Vorschlag.
Der sächsische SPD-Vorsitzende Henning Homann sah ebenfalls den Staat gefordert. In Zeiten der Veränderungen zu sparen, sei falsch, sagte er und plädierte für Investitionen – für Investitionen in Knowhow und in Schulungen.
Weiter hatte Homann dazu aufgerufen, nicht an dem eingeschlagenen Weg zu zweifeln – „die Chinesen zweifeln auch nicht“ –, „sonst verlieren die Menschen das Vertrauen in die guten Produkte“. Und unter Rahmenbedingungen sprach er das Thema Löhne an: „Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass die Leute das Geld in der Tasche haben, um sich diese Auto zu kaufen.“
In der letzten Fragerunde durften auch Wünsche geäußert werden. VW-Betriebsrat Kunstmann formulierte die Bitte, dass jeder, der ein Vorurteil hat, in ein Autohaus geht, sich ein E-Auto zeigen lässt und mal damit fährt. „Jeder, den ich in so ein Auto gesetzt habe und der mitgefahren ist, hat danach gesagt: So schlecht sind die Kisten gar nicht.“