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AfD soll Rede beim Holocaust-Gedenken in Freital halten

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In Freital sorgt die geplante Rede eines AfD-Politikers am Holocaust-Gedenktag für Kritik. Für Überlebende wirke dies schamlos und makaber, heißt es vom Internationalen Auschwitz Komitee. Die AfD in Sachsen sei eine rechtsextreme Partei. Die Mitglieder verbreiteten eine Ideologie, mit der sie Menschen stigmatisierten.

Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg versteht die Empörung nicht und warnt vor einer weiteren Spaltung. In Freital würden sich seit Jahren die Stadtratsfraktionen bei den Reden am Holocaust-Gedenktag abwechseln. In diesem Jahr sei die AfD an der Reihe, so Rumberg.

„Ob es nun allen passt oder nicht: Die AfD-Fraktion sitzt demokratisch gewählt im Stadtrat“, betonte der Oberbürgermeister (Konservative Mitte) auf Anfrage. Es gebe ein von allen Seiten gebilligtes Prozedere, das der Ältestenrat noch einmal bestätigt habe. „Und statt weiter zu spalten und das öffentliche Erinnern zu instrumentalisieren oder in den Schatten einer Ideologie zu stellen, erwarte ich, dass sich alle friedlich und würdevoll am Gedenken beteiligen.“

Seit Jahren wird am 27. Januar der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht. An dem Tag wurde 1945 das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. In Sachsen sind dazu vielerorts Gedenkveranstaltungen geplant. (mit dpa)