Angriff auf SPD-Politiker: Vier Schläger ermittelt
Nach dem Angriff auf den SPD-Europapolitiker Ecke in Dresden hat das Landeskriminalamt weitere Einzelheiten mitgeteilt. Demnach wird zumindest einer der Tatverdächtigen dem rechten Spektrum zugeordnet. Man gehe davon aus, dass er der „Kategorie politisch-motiviert rechts“ zuzuordnen sei, teilte eine Sprecherin des LKA am Montag mit.
Inzwischen sind alle vier Tatverdächtigen bekannt. Nachdem sich bereits am Sonntag ein 17-Jähriger bei der Polizei gemeldet hatte, wurden am Montag auch die drei anderen ermittelt. Bei Wohnungsdurchsuchungen stellten Polizei und LKA Beweismittel sicher, die jetzt ausgewertet werden.
Die vier jungen Deutschen sind 17 beziehungsweise 18 Jahre alt. Da keine Haftgründe vorliegen, befinden sie sich auf freiem Fuß, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zum Motiv der Tat gibt es noch keine Angaben.
Matthias Ecke war am Freitagabend beim Plakatieren in Dresden-Striesen angegriffen und brutal zusammengeschlagen worden. Der 41-Jährige erlitt u.a. einen Bruch des Jochbeins und der Augenhöhle. Ecke musste am Sonntag operiert werden.
Der Angriff hat deutschlandweit für Entsetzen gesorgt und eine Debatte über die Eskalation von Gewalt im Wahlkampf ausgelöst. In Dresden und Berlin demonstrierten am Sonntag mehrere tausend Menschen für Demokratie und gegen Gewalt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte an alle, die politische Auseinandersetzung friedlich und mit Respekt zu führen.
Bund und Länder wollen am Dienstag über mögliche Konsequenzen aus der Gewalt beraten. Das kündigte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Brandenburgs Ressortchef Michael Stübgen (CDU), an: „Ich werde meinen Länderkollegen den kommenden Dienstag als Termin für ein informelles Treffen auf Ebene der Innenministerkonferenz vorschlagen.“ Der Fall wird möglicherweise in Sachsen noch ein parlamentarisches Nachspiel haben.
