4,3 Millionen Überstunden angehäuft - NGG schlägt Alarm
Beschäftigte im Kreis Zwickau schieben kräftig Überstunden. Das geht aus einer Studie des Pestel-Instituts hervor, die die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) in Auftrag gegeben hat. Demnach wurden im vergangenen Jahr rund 4,3 Millionen Überstunden geleistet, davon 2,2 Millionen unbezahlt. Besonders betroffen ist das Gastgewerbe: Allein in Hotels und Restaurants im Landkreis fielen rund 50.000 Überstunden an, von denen gut die Hälfte nicht bezahlt wird.
Thomas Lißner von der Gewerkschaft schlägt Alarm. Er warnt davor, dass sich die Situation noch drastisch verschärfen könnte. Grund dafür sind die Pläne der Bundesregierung, die Arbeitszeit neu zu regeln und den Acht-Stunden-Tag abzuschaffen. Lißner befürchtet, dass Betriebe ihre Angestellten dann zu Zwölf-Stunden-Schichten pro Tag verpflichten könnten.
Lißner spricht von einem „Arbeitszeit-Monopoly“ der Bundesregierung. Schon heute jonglierten Familien zwischen Job, Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen. Längere Arbeitstage verschärften die Probleme und seien eine Belastung für den Körper und die Psyche, „von Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen bis zum Burnout“, so Lißner.