Wildenfelser Straße bleibt eine „Rennstrecke“
Die Petition zur Beruhigung der Wildenfelser Straße in Zwickau ist gescheitert. Die Verwaltung wollte der Eingabe an einem Punkt folgen und den Verkehr stadtauswärts auf eine Spur reduzieren. Doch der Hauptausschuss lehnte diesen Vorschlag am Donnerstag ab – mit 7 zu 2 Stimmen.
Der Initiator der Petition Martin Kellermann beschrieb im Ausschuss nochmal die Belastung für die Anwohner: Autorennen zwischen „Bermuda-Dreieck“ und Blitzer, Lärm, Erschütterungen, Beschimpfungen. Die Wildenfelser Straße sei auch Lebensraum. Er warb für die eine Spur stadtauswärts, die es langsamer und leiser macht, für eine Entschleunigung nach dem Vorbild der Lengenfelder Straße.
Die Ausschussmitglieder nahmen das zur Kenntnis, die meisten sahen es aber offenbar anders. Im Vorfeld wurde als größter Haken an der Sache die Tankstelle genannt bzw. die Linksabbieger, die zur Aral wollen und einen Stau verursachen. Wolfgang Elsel, AfD, äußerte diese Bedenken auch im Hauptausschuss. Die Verwaltung räumte diese Bedenken aus dem Weg: Es sei möglich, wurde erklärt, eine Linksabbiegespur einzurichten.
Das änderte nichts an der Ablehnung. Thomas Seifert, AfD, verwies auf die 16.000 Fahrzeuge, die täglich auf der Wildenfelser Straße unterwegs sind; die Engstelle, also die eine Spur, sei eine Zumutung für die Autofahrer. Mandy Breitenborn, CDU, äußerte Verständnis für die Anwohner; entscheidend ist allerdings das Gemeinwohl, sagte sie sinngemäß.
Nach etwa einer halben Stunde Debatte, in der hauptsächlich Martin Kellermann und Verwaltung für die eine Spur argumentierten und in der die meisten Ausschussmitglieder nichts sagten, wurde die „Einspurigkeit“ und damit die gesamte Petition abgebügelt. Nur die Vertreter der Progressiven Demokraten stimmten im Sinne der Anwohner.
Bürgermeisterin Silvia Queck-Hänel sagte an die Adresse der Menschen in Oberhohndorf, dass beim Überarbeiten des Lärmaktionsplans weitergesucht wird nach Schritten zur Beruhigung der Wildenfelser Straße.