Aus für Neoplan in Plauen
MAN zieht bei seiner Verluste schreibenden Bussparte die Reißleine und macht die Produktion in Plauen dicht. Von März 2015 an sollen die Busse der Marke Neoplan in der türkischen Hauptstadt Ankara gebaut werden, wie die Volkswagen-Tochter am Dienstag mitteilte.
Betroffen vom Produktionsende sind 420 Mitarbeiter, denen neue Arbeitsplätze bei VW in Zwickau angeboten werden sollen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Fertigungslinie für Golf und Passat im Sommer und dem Anlauf des neuen Passat Variant ab Herbst würden zusätzliche gut ausgebildete Fachkräfte benötigt, sagte ein Unternehmenssprecher. Details würden noch verhandelt. Vom VW-Gesamtbetriebsrat hieß es, man sei überzeugt, dass es für den Standort wirtschaftliche Perspektiven gebe. Die Rettung des Werkes habe Priorität.
Die Neoplan-Mitarbeiter wurden bei einer Betriebsversammlung von den Schließungsplänen unterrichtet. "Die Stimmung war aggressiv. Es herrschten Wut und Fassungslosigkeit", sagte Stefan Kademann von der IG Metall Zwickau. Die Entscheidung sei überraschend gekommen. "Wir weigern uns hinzunehmen, dass dieser Standort geschlossen wird", sagte er. In Plauen werden seit fast 80 Jahren Busse gebaut.Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer hat die Schließung des Neoplan-Werks heftig kritisiert. Er sei bestürzt und voller Unverständnis, teilte Oberdorfer mit. Es sei ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und ein neuerlicher Tiefschlag für die Stadt, nachdem schon die Plamaq liquidiert wurde. Oberdorfer forderte, neue adäquate Arbeitsplätze zu schaffen, und bat Land und Bund um Unterstützung.