Auto-Branche kämpft sich durch unsichere Zeiten
Die Unsicherheit in der Automobilindustrie ist hoch: E-Antrieb, Wasserstoff oder synthetisches Benzin? Diese Frage steht im Mittelpunkt des 24. Internationalen Jahreskongresses der Automobilindustrie am 13. und 14. Oktober in Zwickau.
Unter entsprechenden Hygieneauflagen werden rund 150 Experten über die aktuelle Situation der Autobranche diskutieren, sagte Tagungsleiter Michael Stopp von der Industrie- und Handelskammer Chemnitz am Dienstag. „Der Kongress ist wichtiger denn je, um trotz und mit Corona wieder zum Tagesgeschäft zurückzukehren.“ Demnach kämpfen Autohersteller und Zulieferer nicht nur mit den Auswirkungen der Pandemie und dem Strukturwandel hin zu Elektroautos, sondern in Europa auch mit einem seit längerem schrumpfenden Markt.
Die Prognosen für 2020 sind düster: Ein Minus von 20 Prozent und damit drei Millionen Fahrzeuge weniger. „Und die Erholung wird sich über zwei, drei Jahre hinziehen. Es verdient derzeit fast keiner in der Lieferkette Geld“, so die Einschätzung von Dirk Vogel vom Automobilzuliefernetzwerk AMZ. Die drohende Schließung des MAN-Standorts in Plauen sei nur ein aktuelles Beispiel. Selbst große Systemlieferanten der Branche, die weltweit aufgestellt seien, streichen bereits Arbeitsplätze. Zuletzt standen der Reifenhersteller Continental sowie der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler in der Kritik.
Der Strukturwandel könnte bis 2025 den Angaben zufolge bis zu 30.000 Arbeitsplätze in Sachsen gefährden. Derzeit beschäftigt die Branche rund 95.000 Menschen, davon 75.000 bei Zulieferbetrieben und zwei Drittel allein in Südwestsachsen.
Zugleich drücken die Autohersteller - allen voran Volkswagen mit seinem Zwickauer Werk - in punkto Elektromobilität aufs Tempo, was wiederum Tausende neue Jobs bringen soll. Laut einer aktuellen AMZ-Studie wird bis 2025 jeder vierte in Europa gebaute Pkw ein Stromer sein. Von den mehr als zwei Millionen Autos sollen mehr als die Hälfte in Deutschland produziert werden. (dpa)