Autobranche berät über ihre Zukunft
In Zwickau trifft sich heute und morgen die Autobranche. Beim 20. Internationalen Jahreskongresses der Automobilindustrie steht die Zukunft des Autos auf dem Programm. Und dabei geht es auch um die VW-Krise.
"Die Stimmung in der Zulieferbranche ist gedrückt, da man im Moment nicht sagen kann, wo es hinläuft", sagt Ronald Gerschewski vom Sonderfahrzeugbauer Indikar in Wilkau-Haßlau. Um die drohenden Milliardenstrafen zu schultern, stehe Volkswagen bei der Entwicklung auf der Bremse. Man spüre eine große Ungewissheit, sagt der Chef von 160 Mitarbeitern.
Vom Netzwerk Automobilzulieferer (AMZ) hieß es, was den Freistaat langfristig treffen werde, sei das Bekenntnis von VW zur Elektromobilität. Bis 2025 soll jeder vierte VW-Neuwagen ein Stromer sein. Das bedeutet, dass klassische Motoren nicht mehr gebraucht werden. Dabei hängen in Sachsen 18.000 Arbeitsplätze am Otto-Motor - das ist etwa jeder fünfte Job.
Neben den 360 Zulieferern gibt es noch rund 180 Anlagenbauer, die für die sächsische Automobilindustrie arbeiten. Diese Unternehmen bekommen die Auswirkungen des VW-Skandals um manipulierte Abgaswerte schon heute zu spüren, sagt Jens Schmitt, Inhaber des Zwickauer Maschinenbauers Sasit. Vor Bekanntwerden der Dieselaffäre habe Sasit rund 40 Prozent des Umsatzes mit VW erzielt, nun unter zehn.
Für Sachsens Zulieferbranche sieht Schmitt düstere Zeiten heraufziehen: Der Automobilmarkt sei bislang kein Innovationsmarkt. Viele Firmen seien reine Dienstleister, die lediglich die vom Hersteller vorgegebenen Ideen umsetzten. Ein hoher Anteil könne die Folgen der Krise aus seiner Sicht daher nicht überstehen.