Automobilbranche diskutiert über Zukunft des Autos
Dieselgate, Digitalisierung und alternative Antriebe - der 20. Internationale Jahreskongress der Automobilindustrie steht ganz im Zeichen der Veränderungen, der sich die Branche gegenüber sieht. Zu der Tagung am 25. und 26. Oktober in Zwickau werden rund 200 Teilnehmer erwartet, sagte Michael Stopp von der IHK am Dienstag. In rund 20 Fachvorträgen diskutieren Experten die Zukunft des Autos und der sächsischen Zulieferindustrie. Als drittgrößte Automotive-Region Deutschlands gehöre die Branche mit mehr als 800 Zulieferern, Anlagenbauern und Dienstleistern zu den wichtigsten Industriezweigen des Freistaats, sagte Andreas Wächtler vom Netzwerk Automobilzulieferer (AMZ) Sachsen, in dem sich rund 120 Betriebe zusammengeschlossen haben. Sachsens Unternehmen müssten sich neu aufstellen, um zukünftig mit der weltwelten Konkurrenz mithalten zu können. "Wenn wir die Füße stillhalten, werden wir die Arbeitsplätze verlieren", erklärte der Experte. 16 Prozent der weltweiten Fahrzeugproduktion erfolge bereits in aufstrebenden Märkten wie China. Bis 2025 könnten es zwei Drittel sein. Die sächsischen Zulieferer müssten daher auf Innovationen unter anderem im Leichtbau oder der Elektronik setzen, um die Bedeutung des Standorts zu sichern, betonte Wächtler. Nicht offiziell, aber doch zwischen den Zeilen steht auch die VW-Krise auf dem Tagungsprogramm. "Die Stimmung in der Branche ist nicht gut im Moment", sagte Jens Schmitt, Inhaber des Zwickauer Maschinenbauers Sasit. Vor Bekanntwerden der Dieselaffäre habe sein Unternehmen rund 40 Prozent des Umsatzes mit Volkswagen erzielt, nun seien es unter zehn. Er habe sich in den vergangenen 18 Monaten bewusst davon verabschiedet, als reiner Sonderanlagenbauer für die Automobilbranche tätig zu sein. "Es ist schwer einschätzbar, wo die Reise hingeht. Derzeit verändert sich die gesamte Zulieferkette", so die Einschätzung des Tagungsteilnehmers. Der Jahreskongress sei daher auch eine gute Möglichkeit, den eigenen Standort zu bestimmen.