Bahn verrät Details, wie sie in Zwickau schneller wird
Die Deutsche Bahn investiert in den Knoten Zwickau eine dreistellige Millionensumme. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, hat Zwickau einen wesentlich leistungsfähigeren Hauptbahnhof und im Westen Gleisanlagen für schnellere Züge – die Fahrt von Zwickau nach Leipzig soll dann nicht mehr 78 Minuten dauern, sondern glatt eine Stunde. Das war unter anderem am Dienstag bei der Dialog-Veranstaltung der Bahn zu erfahren.
Etwa 70 Bahninteressierte waren in den Bürgersaal des Rathauses gekommen. Ein Vortrag gehörte nicht zum Programm. Stattdessen konnten sich die Besucher an Tafeln, Bildschirmen oder einer Leinwand informieren und sich vor allem bei den Fachleuten von der Bahn erkundigen, was in Zwickau genau geplant ist.
Am Hauptbahnhof wird neben den Bahnsteigen ein neues elektronisches Stellwerk gebaut. Durch die hochmoderne Technik und über 250 neue Signale wird es möglich sein, dass in der gleichen Zeit mehr Züge am Bahnhof ankommen und starten können. Alle acht Bahnsteige und der Personentunnel werden erneuert – das Empfangsgebäude gehört allerdings nicht zum Projekt, dessen Frischekur müsste aus einer anderen Finanzquelle gespeist werden.
Bei den Bahngleisen geht es nicht nur um den Austausch der Schienen. Hier passiert viel mehr: Es verschwinden höhengleiche Kreuzungen und die Bögen werden aufgeweitet, was ein höheres Tempo zulässt. Deutlich verändert wird die Trasse der Strecke Zwickau – Falkenstein: Die Züge der Vogtlandbahn kreuzen nicht mehr die Gleise nach Leipzig oder Plauen, sondern fahren praktisch am südlichen Rand der Gleisanlage entlang – sie sind der Freiheitssiedlung oder der Maxhütte am nächsten.
Wie bereits berichtet, umfasst das Projekt noch eine Reihe weiterer Maßnahmen: Neubau der Brücke über die Reichenbacher Straße, Sanierung des Viadukts Werdauer Straße, Modernisierung der Haltepunkte Pölbitz und Oberrothenbach und des Bahnübergangs Niederhohndorfer Straße, Austausch von 54 Kilometer Oberleitung und über 70 Weichen.
Am 6. Januar wurden beim Eisenbahnbundesamt die Planrechtsunterlagen eingereicht. 2027 soll die erste Baustufe starten und im Jahr darauf mit den Hauptarbeiten begonnen werden – diese sollen dann vier bis fünf Jahre dauern.