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Bahn schließt Instandhal­tungswerk in Zwickau

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Die Deutsche Bahn macht ihr Instand­hal­tungs­werk in Marien­thal spätes­tens Ende 2015 dicht. Den 80 Mitar­bei­tern sollen möglichst Jobs an anderen Stand­orten des Konzerns angeboten werden, sagte der Bevoll­mäch­tigte für Sachsen, Artur Stempel, am Mittwoch vor Journa­listen in Zwickau.

Als Grund für die Schlie­ßung nannte Stempel einen erheb­li­chen Rückgang des Instand­hal­tungs­be­darfes an Güter­wagen. Die Auslas­tung in Zwickau habe zuletzt bei 60 Prozent gelegen, Tendenz fallend.

Auch in Ebers­walde wird die Fahrzeug­in­stand­hal­tung aufge­geben. Dort sind 500 Beschäf­tigte betroffen.

Der Gesamt­be­triebsrat forderte eine Rücknahme der Schlie­ßungs­pläne und erinnerte an die soziale Verant­wor­tung der Deutschen Bahn. Angela Dittrich, Betriebs­rats­vor­sit­zende des Zwickauer Werkes, nannte die Entschei­dung nicht nachvoll­ziehbar, das Werk schreibe schwarze Zahlen. Sie kündigte an, für den Erhalt zu kämpfen.

Unter­stüt­zung erhalten die Bahnwerker von Oberbür­ger­meis­terin Pia Findeiß. "Diese Entschei­dung werden wir nicht wider­spruchslos hinnehmen", teilte Findeiß mit. Noch am heutigen Mittwoch werde sie sich mit einem Schreiben an den Vorstands­vor­sit­zenden der DB AG, Rüdiger Grube, wenden. „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deutsche Bahn Zwickau und die Region zum Niemands­land erklären will“, kriti­siert das Stadt­ober­haupt. Bereits in der Vergan­gen­heit waren im DB Instand­hal­tungs­werk massiv Stellen abgebaut worden. Zudem ist die Region durch die Bahn nicht an den Fernver­kehr angeschlossen.

In Marien­thal werden seit 1908 Schie­nen­fahr­zeuge instand­ge­setzt. In Spitzen­zeiten arbei­teten im Reichs­bahn­aus­bes­se­rungs­werk mehrere Tausend Menschen.

Audio:

Inter­view mit der Betriebs­rats­vor­sit­zenden Angela Dittrich
Artur Stempel, Bahnbe­voll­mäch­tigter für Sachsen