Beate Zschäpe ohne Vertrauen in Verteidiger
Die Hauptangeklagte des NSU-Prozesses, Beate Zschäpe, hat einem Polizisten am Mittwoch erklärt, dass sie das Vertrauen in ihre Verteidiger verloren habe. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl gab diese Aussage in der Verhandlung bekannt. Die laufende Vernehmung des Zeugen Tino Brandt wurde abgebrochen. Der für Donnerstag anberaumte Verhandlungstermin entfällt. Ob das einen förmlichen Mandatsentzug bedeutet, war zunächst unklar. Zschäpe wird bislang von den Anwälten Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer vertreten.
Der Zeuge Brandt ist Gründer des „Thüringer Heimatschutzes“. Er hatte am Vormittag berichtet, dass nach dem Untertauchen der drei späteren mutmaßlichen NSU-Terroristen Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 1998 sich ihr Unterstützer-Umfeld offenbar fieberhaft bemüht habe, sie zur Rückkehr in die Legalität zu bewegen oder ein Versteck im Ausland zu finden.