++ EIL ++

Bis zu 200.000 Besucher ziehen zum Lichtfest durch die Innenstadt

Zuletzt aktualisiert:

Kerzen, Tränen und Emotionen. Knapp 200.000 Besucher kamen am Donners­tag­abend auf den Augus­tus­platz, um an die fried­liche Revolu­tion vor 25 Jahren zu erinnern. Neben Zeitzeugen waren auch viele jüngere Menschen dabei und zündeten Kerzen an. Bundes­prä­si­dent Joachim Gauck eröff­nete das Licht­fest. "Ich bin glück­lich hier zu sein", rief er den Menschen zu, die dicht gedrängt auf dem Platz und in den Straßen der Innen­stadt standen.  Die Erinne­rungen an die Ereig­nisse von 1989 verbinde er mit tiefer Dankbar­keit an jene Menschen, die gezeigt hätten, Deutsche können Freiheit. Gemeinsam mit den vier Staats­prä­si­denten aus Polen, Tsche­chien, der Slowakei und Ungarn stellte Gauck auf dem Augus­tus­platz Kerzen ab, um gemeinsam mit den Leipzi­gern den leuch­tenden Schriftzug "Leipzig 89" zu formen.  Künst­ler­sta­tionen mit Bildern und Tönen von 1989Anschlie­ßend zogen die zehntau­senden Besucher durch die Innen­stadt. Auf einer 3,6 Kilometer langen Strecke konnten sie sich an 16 Stationen zu den Gescheh­nissen von 1989 infor­mieren und erinnern. Es wurden Video-, Foto- und Tonauf­nahmen von damals gezeigt. So führte das Leipziger Ballett beispiels­weise ein Stück vor dem Haupt­bahnhof auf. An der Fassade des Inter-City-Hotels war eine Licht-Wort-Projek­tion zu sehen. Auch das Neue Rathaus war entspre­chend beleuchtet.Viele Besucher zeigten sich tief bewegt. Immerhin waren unter ihnen auch viele Zeitzeugen. Aber auch junge Leute kamen zum Licht­fest, um die Ereig­nisse von damals zu würdigen.Verkehrs­chaos rund um die Innen­stadtDurch die Feier­lich­keiten zur Fried­li­chen Revolu­tion und das Licht kam es bereits am Donnerstag-Vormittag zu erheb­li­chen Verkehrs­ein­schrän­kungen in der Innen­stadt. Nichts ging mehr war dann zum Feier­abend­ver­kehr angesagt. Um 16 Uhr wurden alle Zufahrten zur City gesperrt - auf den Straßen rundherum bildeten sich stunden­lang etliche lange Staus. So reihten sich die Autofahrer zum Beispiel auf der Emil-Fuchs-Straße Stoßstange an Stoßstange. Auch im Waldstra­ßen­viertel staute es sich.Offizi­eller Festakt im Gewand­hausBei einem offizi­ellen Festamt am Donnerstag-Vormittag hatte Bundes­prä­si­dent Gauck zu mehr demokra­ti­schem Engage­ment und zum Kampf gegen Hass und Intole­ranz aufge­rufen. Er forderte in seiner Rede zur Demokratie vor 1.700 Gästen im Gewand­haus, Deutsch­land müsse Verant­wor­tung auch im europäi­schen und globalen Rahmen übernehmen. "Wir dürfen niemals vergessen, dass unsere Demokratie nicht nur bedroht ist von Extre­misten, Fanati­kern und Ideologen, sondern dass sie ausge­höhlt werden und ausdörren kann, wenn die Bürger sie nicht mit Leben erfüllen."Als Lehre aus der Geschichte forderte Gauck mehr Einsatz für die demokra­ti­schen Werte. "Nur so finden Intole­ranz, natio­na­lis­ti­sche Hybris, Hass und Gewalt keinen Nährboden."