Bohrungen am Pumpwerk Silberhof gehen voran
Eine sehr spannende wissenschaftliche Frage wartet derzeit in Zwickau darauf, beantwortet zu werden: Können Gebäude mit Grubenwasser geheizt werden? Geologen vermuten, dass sich in den alten Bergbauschächten unter der Stadt Wasser befindet, das die nötige Temperatur hat. Die Forschungsbohrungen laufen auf einer Geothermiebaustelle nahe Pumpwerk Silberhof am Ring. Der Bohrer soll sich insgesamt bis in 625 Meter Tiefe vorarbeiten, dort vermuten die Experten das Grubenwasser – 25 Grad warm. Über 30 m hat der Bohrer schon geschafft, das Erdreich wird dabei mit einer Art Riesenstaubsauger rausgeholt. Gesichert wird das Loch dann durch ein einbetoniertes Rohr. Wenn alles nach Plan läuft, könnten damit schon im nächsten Jahr Teile der Hochschule und andere öffentliche Gebäude geheizt werden. Ob das am Ende wirklich funktioniert, sind sich die Wissenschaftler aber nicht sicher. Im besten Fall rechnen sich die Investitionen von 2,4 Millionen Euro in fünf Jahren, im ungünstigsten erst in 35 Jahren. Vorausgesetzt, die Bohrung ist erfolgreich. Dann hätte der Bergbau in Zwickau auch einmal etwas Positives hinterlassen. Steinkohle wird zwar schon seit fast 35 Jahren nicht mehr gefördert, aber die Beseitigung der Hinterlassenschaften kostet bis heute Millionen. Detaillierte Informationen bietet ein Infoabend am Donnerstag, 18.10., 18 Uhr, in der Aula der WHZ.