BSV vor englischen Wochen – „3 Siege Pflicht“
Zwickauer Handballfans haben sich am Mittwochabend verwundert die Augen gerieben: Mit acht Toren Unterschied verlor in der Frauen-Bundesliga der Favorit Union Halle-Neustadt gegen den bis dato Tabellenletzten Buchholz-Rosengarten. Der große Verlierer war auch der BSV Sachsen Zwickau, der damit die Rote Laterne in der Tabelle übernahm.
Was war passiert? Halle hatte sieben Coronafälle und dazu noch Verletzte im Team, trotzdem wurde die Partie nicht verschoben. „Beschämend und absolut unfair“, kommentierte BSV-Trainer Norman Rentsch am Donnerstag die Entscheidung des Liga-Verantwortlichen, spielen zu müssen. Bisher habe man in solchen Fällen „fair und empathisch“ gehandelt, blickte der Coach zurück und erinnerte Situationen, in denen der BSV bei weniger Coronafällen im Gegnerteam Spiele verlegt hat – im Einvernehmen mit dem Kontrahenten.
Und so wird seine Mannschaft am Sonnabend mit einer Portion Wut im Bauch in das Heimspiel gegen Bad Wildungen (16 Uhr, Sporthalle Neuplanitz) gehen und damit in englische Wochen starten. „Wir haben sieben Spiele in drei Wochen vor uns und den Klassenerhalt selbst in der Hand“, gibt sich Rentsch kämpferisch, zumal die Konkurrenz schon drei Spiele mehr absolviert hat. „Drei Siege sind das Minimum.“ Für die „Handballschlacht“ (O-Ton Rentsch) am Sonnabend werde jeder Fan gebraucht, so der Coach. Seiner Mannschaft attestiert er eine starke Mentalität: „Die Mädels lassen es im Training richtig krachen.“
Nicht mehr mit eingreifen in den Abstiegskampf kann Kapitänin Isa Sophia Rösike. Sie musste ihre Karriere verletzungsbedingt beenden. Seit Langem spielte die 27-Jährige mit einer Spezialmetallmanschette, was neuerdings von den Offiziellen nicht mehr geduldet wird. Im Training passierte es dann: Mit einer weniger stabilisierenden Kunststoffmanschette kugelte sich Rösicke den Ellenbogen aus, was einen irreparablen gesundheitlichen Schaden nach sich zog.
