Bürgerdialog zur Nulle: Kritik, Fakten, alles offen
Das 04-Bad war am Dienstag für gut zwei Stunden geöffnet – um zu diskutieren und um sich einen Eindruck vom Zustand des 95-jährigen Freibades zu machen. Eingeladen hatte die Oberbürgermeisterin. Etwa 70 Bürger kamen. Einige übten heftige Kritik an der Stadtverwaltung, es wurde teilweise emotional. Die Rathauschefin wies auf das Problem der Finanzen hin, erklärte aber, dass der Stadtrat das letzte Wort hat und sie dessen Entscheidung mittragen würde, gegebenenfalls auch die für den Erhalt des Bades.
Kritik. Mehrere Besucher äußerten ihre Enttäuschung darüber, dass die Stadt über viele Jahre nichts für die Nulle getan hat und das Bad jetzt in diesem maroden Zustand ist. Es wurde auch Frust laut. Ein Mann beschrieb, wie viele in ihrer Freizeit Schäden repariert haben, damit das Freibad weiter öffnen konnte. Und es wurde mehrmals auf das Planitzer Bad verwiesen, wo große Summen investiert wurden und auch noch investiert werden.
Vorschläge. Im 04-Bad soll wieder geschwommen und geplanscht werden. Das wollten wohl alle oder fast alle. Möglichst in Kürze, erwarteten einige. Andere zeigten Geduld – Hauptsache es wird. Auch etwas Kleineres aufzubauen, konnte sich ein Mann vorstellen. Ein anderer plädierte dafür, die Vereine ins Boot zu holen, also den Schwimmverein 04 und den Förderverein des Bades.
Geld. Die Kosten, um das Bad zu sanieren, werden auf acht Millionen Euro geschätzt, plus / minus zwei Millionen. Wird die Nulle von der Stadt betrieben, kommen jährlich etwa 400.000 Euro dazu. Diese Zahlen nannte Constance Arndt. Die Ausgaben seien im Haushalt bisher nicht vorgesehen. Das sei „unsexy“, sagte die Oberbürgermeisterin, „ohne Moos nichts los.“ Doch unmöglich sei der Erhalt des Bades nicht. Dazu brauche es Leute, die sich dafür engagieren.