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BTW im Kreis Zwickau: Alte Konkurrenzen und Potenzial für heißen Wahlkampf

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Das Ringen um die besten Plätze für die Wahlplakate hat in dieser Woche begonnen, die Nacht- und Nebelaktionen eingeschlossen. Die Bundestagswahl ist im Stadtbild angekommen und es springt ins Auge, wer in der Region Zwickau um Stimmen buhlt. Beim Wahlkreis Zwickau erinnert einiges an die Rivalität von 2021, im benachbarten Wahlkreis wirkt der Wettstreit um Wählerstimmen etwas bizarr und brisant.

Im Wahlkreis 164 Zwickau hatten bis Freitagmittag zehn Parteien Wahlvorschläge eingereicht. Das entspricht der Zahl von Direktkandidaten bei der vorangegangenen Wahl. Allerdings läuft die Meldefrist erst am Montag, 18 Uhr, ab. Zu den zehn Bewerbern gehören drei aktuelle Bundestagsabgeordnete, die 2021 im gleichen Wahlkreis auf dem Zettel standen: Matthias Moosdorf (AfD), Carsten Körber (CDU) und Nico Tippelt (FDP) – den direkten Weg hatte der Leipziger AfD-Mann genommen, die beiden Einheimischen waren über die Landesliste in den Bundestag gekommen.

Mindestens vier Parteien schicken andere Kandidaten ins Rennen als 2021: Die SPD hat Jens Juraschka nominiert, Bündnis 90 / Grüne Manuel Schramm, die Linke Patrick Leonhardt und die Freien Wähler Anselm Meyer. Die Partei und die MLPD (Kommunisten) sammeln Unterschriften, damit ihre Bewerber antreten dürfen.

Neun Städte und Gemeinden im Osten des Landkreises gehören zum Wahlkreis 162 Chemnitzer Umland / Erzgebirgskreis II. Aus dem Wahlkreis haben es bei der vorigen Wahl sogar vier Bewerber in den Bundestag geschafft. Zwei treten erneut an: Carlos Kasper (SPD) und Bernhardt Herrmann (Grüne). Marco Wanderwitz, der ehemalige Ost-Beauftragte, hat bekanntlich auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Für die CDU geht nun die 39-jährige Sophie Pojar ins Rennen – sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landeskriminalamt und promoviert derzeit zum Thema „Die Radikalisierung der sächsischen Reichsbürger“.

Das Direktmandat hatte zuletzt in diesem Wahlkreis Mike Moncsek von der AfD geholt. Bei der Nominierungsversammlung trat er zunächst an, zog aber später die Kandidatur zurück. Die AfD stellte stattdessen Maximilian Krah auf, den umstrittenen Europaabgeordneten aus Dresden.