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Carolabrücke: Mittelteil soll jetzt doch in die Elbe stürzen

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Dresden ändert erneut die Pläne für den Abriss der Carolabrücke. Nach der am Freitag vorgestellten Variante soll das Mittelteil über der Elbe jetzt von beiden Seiten mit Baggern abgebrochen werden und dann kontrolliert auf ein sogenanntes Fallbett stürzen.

Dazu müssen 13.000 Tonnen Sand und Steine in das Flussbett geschüttet werden, erklärte Baubürgermeister Stephan Kühn. Eingebaute Rohre sollen dafür sorgen, dass die Elbe weiter ungehindert fließen kann.

Zehn Wochen sollen die Arbeiten an dem Mittelteil dauern, dann geht es am Terrassenufer und auf der Neustädter Seite weiter. Die Filmnächte am Elbufer sollen durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden. Die Elbe bleibt währenddessen für jeglichen Schiffsverkehr gesperrt, voraussichtlich bis Anfang September.

Schwimmplattformen kommen nicht zum Einsatz 

Ursprünglich sollten die Brückenteile in der Mitte mit schwimmenden Plattformen ausgehoben werden. Diese Pläne wurden aufgrund des anhaltenden Niedrigwassers allerdings verworfen. Die Stadt hat eigenen Angaben zufolge elf Abbruch-Varianten untersucht, darunter auch eine Sprengung. Am Ende entschied sich die Verwaltung für das Herunterfallen der beiden verbliebenen Brückenzüge in die Elbe.

Das war von Anfang an schon im Gespräch, auch mit Blick auf den niedrigen Wasserstand, der ja jedes Jahr an der Elbe zu erwarten ist. Baubürgermeister Kühn hatte diese Variante aber damals abgelehnt.

Schifffahrtsexperten kritisieren, dass die Stadt nicht gleich die jetzt vorgestellte Abrissvariante gewählt hat. Dadurch sei viel wertvolle Zeit verloren gegangen, sagte uns der Betreiber einer Bootsvermietung. Dass die Variante mit den Pontons nicht umsetzbar ist, sei von vornherein klar gewesen.

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Thomas Alscher, Geschäftsführer der Henschke Bau GmbH