Chemnitz wird Corona-Hotspot - weiterer Todesfall - Weihnachtsmarkt abgesagt
Die Stadt Chemnitz hat den kritischen Grenzwert für die Einstufung als Corona-Risikogebiet überschritten. In den vergangenen sieben Tagen seien 134 neue positive Fälle aufgetreten, teilte der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Harald Uerlings am Montagmittag mit. Damit sei der Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner deutlich überschritten. „Die Situation ist besorgniserregend“ erklärte Uerlings.
Weiteres Todesopfer zu beklagen
Neben zwei betroffenen Pflegeheimen breitet sich das Infektionsgeschehen im gesamten Stadtgebiet aus. Wie die Stadt am Montagnachmittag mitteilte, gibt es in Chemnitz auch einen weiteren Todesfall. Damit sind seit Ausbruch der Pandemie sieben Menschen an dem Corona-Virus gestorben.
Entwicklung bereitet der Stadt Sorgen
Derzeit gibt es 540 bestätigte Fälle in Chemnitz, 61 mehr als am vergangenen Freitag. Im Krankenhaus liegen 35 Personen, davon drei auf der Intensivstation. Bei den neuen Fällen sind insgesamt vier Pflegeheime sowie vier Schulen betroffen. Das Gesundheitsamt hat für Kontaktpersonen Quarantänebescheide ausgestellt und weitere Testungen und Nachverfolgungen veranlasst. Die Krankenhäuser in Chemnitz müssen mittlerweile auch immer mehr Patienten aus dem Umland aufnehmen.
Neue Allgemeinverfügung gilt ab Mittwoch
Am Montagabend wurde eine neue Allgemeinverfügung veröffentlicht, sie tritt ab Mittwoch in Kraft. Chemnitz muss sich damit auf weitere starke Einschränkungen im öffentlichen Leben einstellen.
So sind bei privaten Feiern zu Hause nur noch maximal zehn Personen erlaubt. Veranstaltungen sind bis zu einer Teilnehmerzahl von 100 Personen erlaubt. Auch wird es nun für Bars und Gaststätten von 22 Uhr an eine Sperrstunde geben.
Weihnachtsmarkt wird abgesagt
Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wird auch der Weihnachtsmarkt abgesagt. Das hat Ordnungsbürgermeister Miko Runkel am Montag angekündigt. Offiziell soll das Aus mit der neuen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung verkündet werden, die Ende dieser Woche in Kraft treten soll.
Der Wochenmarkt am Rathaus wird aufgrund der hohen Corona-Inzidenz zunächst bis Donnerstag ausgesetzt. Gleichzeitig kündigte Runkel verschärfte Kontrollen im ÖPNV, in Gaststätten und Betrieben an, um das Einhalten der Pflicht einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie der allgemeinen Hygienebestimmungen zu überprüfen.
