Corona bremst die Industrie-Konjunktur im Kreis Zwickau
Corona hat auch die Industrie im Landkreis Zwickau infiziert. Der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe sank im Vorjahr um gut sieben Prozent. Das hat die Industrie- und Handelskammer am Donnerstag bilanziert. Größter Verlierer ist demnach der Maschinenbau mit einem Minus von 30 Prozent. In der Autoindustrie betrug der Rückgang knapp fünf Prozent. Der konjunkturelle Abschwung schlägt sich auf die Arbeitsplätze nieder. Die Zahl der Beschäftigten sank um 1,6 Prozent. Aktuell ziehe die Industrieproduktion wieder leicht an, so die IHK.
Der Lockdown bedroht Tausende Gastronomen, Veranstalter und Dienstleister in ihrer Existenz, warnt die IHK. Und auch Einzelhändler hätten seit zwölf Wochen kaum etwas verdient. Größte Verlierer seien Händler von Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, die schon im Vorjahr einen Umsatzeinbruch von 22 Prozent verkraften mussten. IHK-Bereichsleiterin Kathrin Stiller fordert, dass alle Läden sofort öffnen dürfen: „Es ist mehrfach bewiesen, dass es nicht zu erhöhten Infektionszahlen kommt im Einzelhandel. Im Lebensmittelbereich sind täglich viele Kunden, und auch dort gibt es keine erhöhten Ansteckungen.“
Besorgniserregend sei auch die Lage im Gastgewerbe im Landkreis. Hotels und Pensionen verzeichneten im Vorjahr Umsatzverluste von 40 Prozent, in der Gastronomie lag der Rückgang bei 26 Prozent, wie die IHK weiter mitteilte. Die Reserven seien aufgebraucht, viele Unternehmen hätten Existenzängste. Sie erwarteten konkrete Öffnungsperspektiven und finanzielle Unterstützung. Eine prekäre Situation signalisiere auch die Reisebranche. Laut einer IHK-Saisonumfrage im Dezember 2020 sprechen 94 Prozent von einer schlechten Geschäftslage.