Corona: Kreis fühlt sich vom Land im Stich gelassen
Die Corona-Zahlen im Kreis Zwickau steigen deutlich. In der Woche vor den Herbstferien waren es etwa 460 Neuinfektionen, in der ersten Ferienwoche rund 700. Am häufigsten wurde das Virus bei Schülern festgestellt. Eine Schulklasse befindet sich in Quarantäne. Das gab am Mittwoch das Landratsamt bekannt. Das Gesundheitsamt stößt langsam an seine Grenzen und benötigt Unterstützung.
Die 7-Tage-Inzidenz hat im Landkreis inzwischen 200 überschritten. Bei Schülern im Alter von sechs bis 15 Jahren liegt sie über 400. „Die sind gut getestet, anders als andere Altersgruppen, und sie sitzen den ganzen Vormittag zusammen, insofern haben sie relativ viel Kontakt miteinander“, nannte Landrat Christoph Scheurer als Gründe. Aktuell gibt es 70 infizierte Schüler in diesem Alter – bei rund 30.000 Schülern insgesamt. Die meisten zeigen keine Symptome.
Die Entwicklung bei den Neuinfektionen lässt im Gesundheitsamt die Alarmglocken läuten. Mit den rund 100 „Corona-Mitarbeitern“ gelingt es im Moment noch, die Kontakte in dem vorgegebenen Tempo nachzuverfolgen, informierte der Landrat. Doch wenn es so weitergeht, wird Unterstützung gebraucht. Das Landratsamt hat in Gemeinden, beim Bund und beim Land nachgefragt. Christoph Scheurer rechnet mit Hilfe der Bundeswehr. „Vom Land scheinen wir niemanden zu bekommen“, sagte der dienstälteste Landrat von Sachsen und fügte hinzu: „Wenn für die Landesbediensteten Pandemieschutz freiwillig ist, dann will ich das für meine Beschäftigten auch.“