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Mega-Solarpark sorgt für Verwunderung

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Der Solarpark südlich vom Brückenberg ist so groß wie 30 Fußballfelder – man kann ihn von Lichtentanne aus sehen. Und das schon seit Monaten. Da staunen Laien und wunderten sich auch Zwickauer Stadträte, dass erst vorige Woche der Bebauungsplan für dieses Areal zum Beschluss vorlag. Und auch er bedeutet nicht, dass Baurecht herrscht. Das Landratsamt muss den B-Plan noch genehmigen. Sonderbar?

Baubürgermeisterin Silvia Queck-Hänel erklärte im Stadtrat, dass das Baugesetzbuch das vorzeitige Bauen zulässt: „Sie können nach Paragraf 33 bei Erreichen einer so genannten Planungsreife Baugenehmigungen erteilen.“ Der Bauherr verpflichte sich dann, alles einzuhalten, was später im B-Plan festgelegt wird, und hinterlässt Bürgschaften. So sei es geschehen. Und so werde es oft praktiziert, sagte die Bürgermeisterin, etwa bei Eigenheimen.

Die AfD lehnte den Park fast geschlossen ab, auch von der CDU/FDP-Fraktion gab es drei Nein-Stimmen. Er könne dem Solarpark nichts Positives abgewinnen, sagte AfD-Stadtrat Sandy Busch: „Weder entstehen Arbeitsplätze noch bekommen wir Gewerbesteuereinnahmen in rechenbarer Größe.“ Als Negativfaktoren nannte er, dass Flächen dauerhaft versiegelt werden und in der Kaltluftschneise von Zwickau gebaut wurde. Das sei nicht zuträglich fürs Stadtklima.

Silvia Queck-Hänel verwies darauf, dass hier unterschiedliche Belange oder Interessen abgewogen wurden. Nach ihrer Auffassung wurden sie in Einklang gebracht. In der kurzen Debatte war eine Ausgleichsmaßnahme zur Sprache gekommen, weil die Ersatzpflanzungen nicht auf dem Zwickauer Stadtgebiet vorgenommen werden können. Der B-Plan wurde am Ende mit 23-Ja-Stimmen beschlossen (zehn Nein-Stimmen, elf Enthaltungen).

Der Solarpark ist an sich fertig, zumindest stehen die Paneele. Strom liefert er aber noch nicht. Im Stadtrat blieb offen, wann Strom fließt und in welches Netz. Unserem Sender sagte der Betreiber Enerparc im September, dass noch ein Umspannwerk errichtet werden muss. Der Baustart ist für März geplant, hieß es damals, ans Netz gehen soll der Solarpark im Frühsommer. Wie uns das Rathaus am Montag mitgeteilt hat, ist dieser Zeitplan weiter aktuell: Der Bau des Umspannwerks soll im Juni abgeschlossen sein – zu dem Zeitpunkt soll auch damit begonnen werden, Strom ins Netz einzuspeisen.