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Demo auf dem Hauptmarkt für Freiheit in Corona-Zeiten

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In der Zwickauer Innenstadt gab es am Montagabend erneut Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Gegen 18 Uhr befanden sich rund 100 Personen in kleinen Gruppen auf dem Hauptmarkt. Als sie sich in Bewegung setzten, schritt die Polizei ein. Etwa die Hälfte entfernte sich. Die andere Hälfte hielt sich wenig später auf dem Ostspiegel auf - in der Nähe des Schuman-Denkmals. Einige skandierten: „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“.

Die Polizei forderte 18.33 Uhr letztmalig dazu auf, den Markt zu verlassen. Mehrere Dutzend Bürger blieben dennoch. Daraufhin nahm die Polizei von einzelnen die Personalien auf. Ein Teilnehmer, der sich als Weihnachtsmann verkleidet hatte, wurde offenbar verletzt – es wurden Sanitäter gerufen.

Wie die Polizei am späten Abend mitteilte, wurden von den Beamten 37 Platzverweise ausgesprochen und 14 Identitäten festgestellt. Weiter wurden zahlreiche Anzeigen aufgenommen: wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz bzw. gegen die aktuelle sächsische Corona-Notfall-Verordnung. Es waren 74 Beamte im Einsatz.

Auch in vielen anderen Orten in Sachsen hat die Polizei am Montagabend Proteste gegen die Corona-Maßnahmen gestoppt. Im Erzgebirge auch in Zwönitz und Schneeberg. In Freiberg waren erneut hunderte Menschen auf der Straße. Dort bekamen die Polizisten Unterstützung von Kollegen aus Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Allein im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz, die auch fürs Erzgebirge zuständig ist, wurden fast 720 Ordnungswidrigkeits- und über ein Dutzend Strafverfahren eröffnet. Auch in Limbach-Oberfrohna, Mittelsachsen und in der Lausitz gab es Proteste.

In Dresden fuhr ein genehmigter Autokorso mit knapp Fahrzeugen durch die Stadt. Mehrere Personen versuchten den Korso zu blockieren, sie wurden von der Polizei abgedrängt.

In Bautzen musste die Beamten bei einer Demo von Corona-Kritikern Pfefferspray einsetzen. Unter den Teilnehmern waren Augenzeugen zufolge zahlreiche Rechtsextremisten.

Audio:

Polizeisprecher Jean-Paul Lüdtke