Demokratietage: Experte sieht Nachhilfebedarf bei politischer Bildung
Sachsen hat ein Problem mit Rechtsextremismus, meint der Chef der Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter. Dies belegten Wahlerfolge rechter Parteien genauso wie die hohe Zahl an freien Kameradschaften, Szenekonzerten und -läden, sagte Richter am Montagabend vor etwa 100 Zuhörern im Rathaus. Anlass war die Eröffnung der Zwickauer Demokratietage.
„Nazis raus!“ zu fordern sei dennoch die falsche Konsequenz. Das Problem des Rechtsextremismus müsse tiefgründig angegangen werden. Zu versuchen, sich in anders denkende Menschen hineinzuversetzen, könne eine Basis für Gespräche schaffen, sagte Richter.
Vielen Sachsen bescheinigte der studierte Theologe beim Thema Demokratie Wissenslücken. "Die politische Bildung im Freistaat braucht Nachhilfe." Die 10. Demokratietage unter dem Motto „Respekt!“ bieten bis zum 27. April mehr als 40 Veranstaltungen.