DGB will sich 1. Mai nicht wegnehmen lassen
Der 1. Mai ist ihr Tag und der Hauptmarkt ihr Platz. Dass es in diesem Jahr vor dem Rathaus und in der ganzen Stadt still bleiben soll, akzeptiert die Gewerkschaft. Da es aber viel zu sagen gibt, nutzt der DGB andere Kanäle. Am Mittwoch meldete er sich bei einem Online-Pressegespräch zu Wort, und am 1. Mai wird es einen Livestream geben.
Die Pandemie hat sich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. 1.562 Frauen und Männer haben im Kreis voriges Jahr wegen Corona ihren Arbeitsplatz verloren, informierte die DGB-Kreisvorsitzende Sabine Zimmermann zu Beginn des Pressetermins. Viele Arbeitnehmer sind in Kurzarbeit. In einer Region mit niedrigen Löhnen sei auch das Kurzarbeitergeld niedrig.
Die Gewerkschaft verlangte eine soziale Absicherung, konkret unter anderem ein höheres Kurzarbeitergeld und ein höheres Arbeitslosengeld. Die große Forderung nach höheren Löhnen wurde bekräftigt. Rückenwind gab es auch für einzelne Gewerkschaften wie die IG Metall mit dem aktuellen Tarifstreit und verdi – hier speziell für die Angestellten im Gesundheitswesen, denen mehr Geld versprochen (!) wurde.
Neben der Situation auf dem Arbeitsmarkt und ihren Forderungen hatten die Gewerkschafter noch ein zweites Thema, das ihnen auf den Nägeln brennt: die geplanten Kundgebungen rechter Gruppen am 1. Mai. Sie wurden im Kreis Zwickau verboten. Befürchtet wird aber, dass sie ins Vogtland ausweichen. Auch ein Erfolg vor Gericht ist nicht ausgeschlossen. „Wir lassen uns den 1. Mai nicht von Nazi-Gruppen wegnehmen“, sagte Sabine Zimmermann und erinnerte an die Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933.