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Die ersten Störche sind zurück in Sachsen

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Dresden (dpa/sn) - Die ersten Störche sind zurück in Sachsen - ungewöhn­lich zeitig. Der erste dieser Vögel sei bereits am 31. Januar in Frohburg bei Leipzig entdeckt worden, berich­tete Sylvia Siebert vom Natur­schutz­in­stitut Dresden der Deutschen Presse-Agentur. In den vergan­genen Jahren sei kein Storch so früh im Jahr beobachtet worden. Siebert sprach von einem „Rekord“. Der Ring des Storches habe gezeigt, dass es sich bei dem Rückkehrer um einen bekannten Brüter aus Syhra (Landkreis Leipzig) handele. Siebert führt die Weißstorch­da­ten­bank des Natur­schutz­in­sti­tuts. Anfang Februar wurde in Walters­dorf in der Oberlau­sitz bereits ein zweiter Storch gesichtet. Dass die Tiere in diesem Jahr so zeitig ihren Weg nach Sachsen suchen, könnte laut Siebert auch mit dem Klima­phä­nomen El Niño zusam­men­hängen, das in manchen Teilen der Welt für warme Witte­rung sorgt. Das Gros der Störche wird laut Institut aber erst Anfang März erwartet. „Die beringten Störche, die wir verfolgen können, sind noch mitten auf dem Zug.“ In Regis-Breit­ingen wurde ein „Winter­storch“ gesichtet, der nach einer Verlet­zung ausge­wil­dert wurde und die Reise nach Afrika oder Spanien gar nicht erst angetreten hatte. Angesichts der zuneh­mend wärmeren Winter sei es denkbar, dass künftig mehr Störche hierbleiben. Dennoch warnte Siebert davor, die Tiere zu füttern. „Nur bei bei verletzten oder sehr geschwächten Vögeln. Ansonsten bitte nicht eingreifen.“ In Riesa und Umgebung ist der ehren­amt­liche Storchen­be­auf­tragte Olaf Gambke damit beschäf­tigt, Nester zu säubern. Er hofft, dass sich die Tiere mit ihrer Heimkehr noch ein wenig Zeit lassen. Gerade einmal die Hälfte habe er geschafft. Rund 40 Storchen­nester gibt es, etwa die Hälfte wird in der Regel besetzt. „Wenn es gut läuft“, so Gambke. Nach Verlusten im Vorjahr hoffen die Experten auf ein gutes Storchen­jahr. 2015 wurden 317 Brutpaare im Freistaat gezählt - gut 20 weniger als im Vorjahr. Insge­samt haben 565 flügge gewor­dene Jungstörche ihre Nester verlassen, 65 weniger als 2014. Meister Adebar macht vor allem der Nahrungs­mangel zu schaffen. Brach­flä­chen und kleine Gewässer verschwinden, Mais- und Rapsfelder nehmen zu.