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Die neue Sporthalle kommt – nach Neuplanitz

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Donnerstagabend, kurz vor halb acht, war es vollbracht: Mit 26 Ja-Stimmen hatte der Stadtrat den Neubau der Sporthalle in Neuplanitz beschlossen – bei zwölf Nein-Stimmen. Vorangegangen waren Diskussionen über Jahre und zuletzt eine über zweistündige Debatte in der Neuen Welt.

Die Kosten sind im Unterschied zum Stadion nicht festgezurrt. Abgesegnet wurden voraussichtliche Gesamtausgaben von 17,5 Millionen Euro. Gebaut wird allerdings nur, wenn der Freistaat 6,2 Millionen Euro Fördermittel beisteuert. Die Halle wird den Ansprüchen der 1. Bundesliga gerecht, eignet sich also als Spielstätte der Handballerinnen vom BSV. Zugleich wird sie dem Breiten- und Schulsport dienen. Auch der Standort steht fest: Neuplanitz.

Die Fraktionen hatten sich zuletzt im Großen und Ganzen für die Halle ausgesprochen. Bei den Vorberatungen wurde es dann wieder eng, und jetzt beim Finale ging es nochmal zur Sache. Etwa 30 Wortmeldungen gab es, mitunter sehr emotionale Vorträge. Tenor: Wir können die Handballerinnen nicht im Stich lassen und die Halle ist gut für Neuplanitz und Zwickau, aber…

Die zwölf Gegenstimmen kamen am Ende - mit einer Ausnahme – von der CDU/FDP-Fraktion. Ein Anlass, Nein zu sagen, war das Geld, das damit an anderen Stellen weggenommen wird, beim Straßenbau zum Beispiel. Auch die Cainsdorfer Brücke oder der Bahnhofsvorplatz wurde als mögliches Opfer genannt. Ein Rat fand die Kitas wichtiger.

Ein weiterer Streitpunkt war der Bauherr. Mit der Projektdurchführung war vor Jahren die GGZ beauftragt worden. In der Zeit gingen die geschätzten Kosten für das Ballsportzentrum - sanierte alte Halle plus Neubau - durch die Decke - von knapp 14 Millionen Euro schossen sie auf 24 Millionen. Da dies für die Stadträte im Verborgenen passierte und irgendwann das böse Erwachen kam, wollte vor allem die CDU-Spitze die GGZ aus dem Rennen nehmen und das Vorhaben dem Hochbauamt in die Hand drücken – zur besseren Kontrolle. Ein entsprechender Antrag des Finanzausschusses scheiterte aber im Rat. Unter anderem hatte die Rathausspitze selbst dagegen geredet: Ein Bauherrenwechsel würde Zeit kosten und das Ganze teurer machen. Das war zumindest für einige der schwarz-gelben Fraktion ein Grund mehr, mit Nein zu stimmen.

Kurz nach halb acht hatten sich im Saal die Rauchschwaden gelegt. Die Vertreter vom BSV machten sich erleichtert auf den Heimweg. Draußen regnete es und schien die Sonne. Ein Regenbogen stand über Zwickau.

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Sylvia Wössner, Präsidentin vom BSV Sachsen: