• Justizbeamter in der JVA Bautzen (Archivfoto)

Drogenfunde in Sachsens Gefängnissen fast verdreifacht

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In sächsischen Gefängnissen sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Drogen gefunden worden als in der Vergangenheit. Nach Angaben des Justizministeriums waren es fast anderthalb Kilogramm Cannabis, Heroin, Kokain, Crystal Meth oder Ecstasy. Gegenüber 2018 hat sich die Gesamtmenge 2021 fast verdreifacht von 550 Gramm auf 1447 Gramm. Auch im ersten Halbjahr 2022 waren es mit 558 Gramm schon mehr als vor fünf Jahren - erstmals waren auch ein paar Gramm Opiate oder Morphin dabei.

Die größten Funde waren laut der Statistik rund 200 Gramm Crystal 2019 in der Post und rund 121 Gramm Cannabis, die im vergangenen Jahr nach einem Überwurf auf einem Anstaltsgelände sichergestellt wurden. Vor allem solche eher seltenen Großfunde sprächen dafür, dass Drogen nicht nur für den Eigenbedarf gedacht sind, sondern auch unerlaubt damit hinter Gittern gehandelt wird, wenn auch in anderen Dimensionen als draußen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Unerlaubte Gegenstände wie Drogen gelangen ihren Angaben nach von außen ins Gefängnis, in Briefen, mit Besuchern, oder Gefangene haben sie bei ihrer Rückkehr von unbeaufsichtigten Lockerungen dabei, oder sie werden über die Mauer geworfen. In Einzelfällen haben Gefangene sie aber auch beim Haftantritt bei sich. Vor allem im geschlossenen Vollzug wird regelmäßig kontrolliert, auch mit Spürhunden, sowie ein- und ausfahrende Fahrzeuge. Und es gibt Drogentests und auf Anordnung auch körperliche Durchsuchungen von Gefangenen - oder Besuchern.

"Betäubungsmittelfreiheit ist ein wesentlicher Faktor für ein zukünftiges straffreies Leben", sagte Justizministerin Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen). Meier will "ein hochwertiges suchttherapeutische Angebot bereits während der Haft" neben der externen Beratung. Weitere Suchttherapiestationen neben der JVA Zeithain sollen folgen, in der JVA Chemnitz und im Jugendstrafvollzug Regis-Breitingen. (dpa)