Einwohnerversammlung geht nach hinten los
Das Bürgerforum in Neuplanitz über den Einzug von Flüchtlingen in dem Stadtteil ist aus dem Ruder gelaufen. Eine Verständigung zwischen Behörden und Einwohnern kam am Donnerstagabend nicht zustande. Zwischenrufe und Gejohle verhinderten einen Austausch. Der Raum im Seniorenheim war mit etwa 500 Leuten hoffnungslos überfüllt, die Tonanlage zu schwach. Und ob es seitens der Besucher überhaupt ein Interesse an Aufklärung gab, musste der Beobachter bezweifeln. Vielmehr wollten die Neuplanitzer wohl ihren Frust ablassen. Denn nach der Meinung vieler werden die Flüchtlinge zu gut behandelt vom Staat. Man hatte in der Woche zum Beispiel beobachtet, wie ein Sattelschlepper Waschmaschinen ablud. Dass für die bis zu 150 Flüchtlinge nur ein Waschstützpunkt geschaffen wird mit fünf Waschmaschinen und fünf Trocknern - diese Erklärung wollte kaum noch jemand hören oder glauben."Wir sind das Volk"- Rufe und Rücktrittsforderungen wurden laut.
Nach Angaben des Landkreissozialamtes sind 50 Prozent der Unterzubringenden Familien, die anderen 50 hauptsächlich alleinstehende Männer. 1007 Flüchtlinge muss der Landkreis dieses Jahr insgesamt aufnehmen.