Ekel-Attacke auf Kirchbergs Bürgermeisterin
Unbekannte haben am Freitagmorgen vor dem Wohnhaus der Kirchberger Bürgermeisterin Dorothee Obst in Cunersdorf einen Misthaufen abgekippt. Darin steckten Zettel mit der Aufforderung, die Stadtchefin solle die Bauern-Resolution an die Politik unterschreiben. Frau Obst sagte uns, sie werde den Misthaufen bis zum Abend liegenlassen „als Zeichen der Verrohung der politischen Kultur in unserem Land“. Danach werde sie ihn auf eigene Kosten fachgerecht entsorgen.
Die Bürgermeisterin ist Mitglied der Freien Wähler. Der Kreisverband verurteilte in einer Mitteilung diesen Angriff. Demonstrationen seien völlig legitim. „Aber mit Angriffen auf das Privateigentum von Politikerinnen und Politikern ist eine Grenze überschritten. Diese Grenzüberschreitung fügt dem Miteinander in unserem Land und denen, die berechtigte Forderungen zum Beispiel aus der Bauernschaft in die Öffentlichkeit tragen, schweren Schaden zu“, so der Kreisvorsitzende Anselm Meyer. „Wer Bürgermeister mit solchen Aktionen nötigt, macht sie zu Marionetten. Daran kann niemand Interesse haben“, erklärte Bernd Gerber, Fraktionsgeschäftsführer der Kreistagsfraktion.
Bereits am Donnerstag wurden in Kirchberg Misthaufen auf der Brühl-Kreuzung und vor dem Rathaus abgeladen.
Update 14 Uhr: „Wir verurteilen diese Aktion aufs Schärfste“, sagte Georg Stiegler vom Verein „Land schafft Verbindung“ in Sachsen am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist völlig gegen unsere demokratischen Grundsätze, jemanden zu erpressen.“ Obwohl der Verein nichts mit der Aktion zu tun habe, hätten Mitglieder am Vormittag den Misthaufen weggeräumt. Das bestätigte Obst der dpa.