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Erinnern und wachsam sein, „damit sich diese Schrecken niemals wiederholen“

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80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – weltweit wurde am Montag der Opfer des Holocaust gedacht. Auch in Zwickau: Bei der Gedenkveranstaltung vor dem Rathaus ging es um Leid und Tod von Zwickauern und die Unmenschlichkeit in dieser Stadt, um das, was hier passierte und auch heute geschieht.

Schüler vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium nannten die Namen von 126 Zwickauern, die den Verbrechen des Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Der Historiker Christian Landrock berichtete, dass 1933 die jüdische Gemeinde Zwickau 473 Mitglieder zählte und dass es 1945 nur noch 38 waren. Dawischen lagen nach seiner Schilderung unter anderem Deportationen und ein brennendes Gebetshaus.

Oberbürgermeisterin Constance Arndt zitierte den Vorsitzenden des Auschwitz-Komitees: Auschwitz habe nicht in Auschwitz begonnen, sondern hier in diesen Städten. Sie fragte sich, wie das möglich war, dass Nachbarn zugeschaut haben, wie Menschen auf offener Straße angespuckt, angegriffen und verschleppt wurden. Das sei unvorstellbar, trotzdem empfinde sie im Moment Ähnlichkeiten. Ein Beispiel: Eine Gruppe wird haftbar gemacht für das, was ein Einzelner getan hat.

Nadine Stöckel vom Bündnis für Demokratie und Toleranz sagte, dass die Grausamkeit, das millionenfache Leid und der „unfassbare Verlust menschlichen Lebens“ dazu aufrufen, wachsam zu sein. „Wir leben in einer Zeit, in der sich die Anfänge solcher Entwicklungen wiederholen“, warnte sie – radikale Gruppierungen formieren sich, Vorurteile und Ausgrenzung gewinnen an Raum… „Gemeinsam wollen wir uns erinnern an die Menschen, deren Leben durch die Verbrechen des Nationalsozialismus ausgelöscht wurden“, so Nadine Stöckel am Ende ihrer Ansprache, „lassen Sie uns Verantwortung übernehmen dafür, ihre Geschichte lebendig zu halten, damit sich diese Schrecken niemals wiederholen.“

Audio:

Schüler vom KKG auf die Frage, was sie über die genannten Zwickauer Opfer wissen:
Christian Landrock, Historiker: