Erinnerung an NSU-Opfer und Mahnung
Mit Kerzen, Ansprachen, Gebeten und Musik ist am Donnerstagabend im Dom St. Marien an die Opfer der NSU-Verbrechen erinnert worden. Die Namen der zehn Mordopfer wurden verlesen, für jedes eine Kerze angezündet. Auch das Mitgefühl mit den Angehörigen wurde ausgesprochen. Mit Blick auf die Gegenwart und Zukunft forderten Redner dazu auf, sich weiter mit noch offenen Fragen und mit rassistischer Gewalt zu beschäftigen.
Auch Oberbürgermeisterin Constance Arndt antwortete auf die Frage, ob es nun reicht mit dem Erinnern und Aufarbeiten, mit Nein. „Es reicht nicht, weil wir es den Opfern des NSU und deren Angehörigen schuldig sind, dass an sie gedacht und erinnert wird“, sagte sie. Außerdem blieb vieles bisher im Dunkeln, etwa die Frage, wer zum Netzwerk des NSU gehörte. Und Constance Arndt wies darauf hin, dass engagierte Personen und sogar Jugendliche bedroht werden oder kürzlich auf Wahlplakaten dazu aufgefordert wurde, Vertreter einer demokratischen Partei aufzuhängen. „An diesen und weiteren Beispielen sieht man, dass der Geist des Rechtsextremismus nicht verschwunden ist.“
Im Anschluss an die Veranstaltung wurden an den Gedenkbäumen im Schwanenteichpark weitere Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.