Ermittlungsgruppe nach Angriffen vor Zeltstadt gegründet
Die Polizei hat nach Auseinandersetzungen zwischen linken und rechten Demonstranten in der Dresdner-Friedrichstadt eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Sechs Beamte des Staatsschutzes ermitteln, teilte ein Polizeisprecher mit. In der Nacht zu Dienstag hatten am Alberthafen etwa 20 Rechte eine Gruppe von 15 linken Demonstranten angegriffen, ein 25-jähriger Asylbefürworter erlitt eine Platzwunde. Die Angreifer flüchteten anschließend in Richtung Friedrichstraße. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs. Zuvor hatten auf der Bremer Straße linke Demonstranten vor der Zeltstadt aus einer Grupper heraus die Scheiben eines Autos eingeschlagen, wir hatten darüber berichtet. Die Polizei teilte am Dienstagmittag dazu mit: "Sie rechneten die Frau offensichtlich der rechten Szene zu. In der Folge schlugen die Angreifer mehrere Seitenscheiben ein und traten gegen das Fahrzeugheck. Anschließend vermischten sie sich wieder mit den ca. 200 Befürwortern der Dresdner Zeltstadt, die nach Ende der gestrigen Versammlung zur Bremer Straße gegangen waren." Die Frau ist zu den Einsatzkräften vor Ort geflüchtet. Sie erlitt leichte Verletzungen und wurde vor Ort versorgt. Ermittelt wird nun auch in diesem Fall wegen des Verdachts des Landfriedensbruches. Die Sonderkomission der Polizei untersucht zudem die gewaltätigen Ausschreitungen nach der NPD-Demo am Freitagabend. Dort waren drei Unterstützer der Zeltstadt verletzt worden. Rechtsextreme hatten Böller, Flaschen und eine Warnbake in die Menschenmenge geschleudert.Am Montagabend hatten in der Friedrichstadt über 2000 Menschen unter dem Motto "Open your mind - stop racism" friedlich gegen Rassismus und für Menschlichkeit demonstriert.Erste Ermittlungsergebnisse nach Anschlag auf Linken-Politiker in FreitalZudem gibt es erste Ermittlungsergebnisse aus Freital: ein illegaler Böller hat die Detonation im Wagen des Kommunalpolitikers Michael Richter (Linke) ausgelöst. "Es handelt sich um ein pyrotechnisches Erzeugnis, das in Deutschland nicht zugelassen ist", sagte eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums (OAZ). Unbekannte hatten demnach in der Nacht zum Montag zunächst eine Scheibe eingeschlagen und den Böller in das Innere des Fahrzeugs geworfen. Weitere Details wollte das OAZ aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Der Wagen wurde stark beschädigt, verletzt wurde niemand. Richter, der sich auch für Flüchtlinge einsetzt, vermutet einen rechtsextremen Hintergrund. Er war aufgrund seines Engagements für Flüchtlinge in Freital bereits zuvor Ziel von Morddrohungen. Das OAZ ermittelt nach eigenen Angaben intensiv in alle Richtungen wobei insbesondere die Möglichkeit einer politischen Motivation der Tat nicht ausgeschlossen werden kann.