Eröffnung der Eisbahn vor Weihnachten? Das wird nichts oder sehr sportlich!
Am 3. Advent wollte die Diakonie die Zwickauer Eisbahn eröffnen – auf dem Gelände des früheren Erlenbades. Das dürfte nach dem Finanzausschuss am Dienstag kaum mehr zu schaffen sein. Die Ausschussmitglieder verwarfen den Plan der Stadtverwaltung und beschlossen stattdessen die Variante der kleinen Schritte. Losgehen kann es nur, wenn Eigentümer und Betreiber mitmachen.
Der stadteigene Sportstättenbetrieb sollte die gebrauchte Anlage dem Eigentümer für 68.000 Euro abkaufen, die Stadt unter anderem Strom und Wasser bezahlen und die Diakonie Westsachsen sollte als Betreiber einsteigen. Dieser Vorschlag der Stadtverwaltung lag auf dem Tisch, fand aber keine Mehrheit, sondern erntete teils heftige Kritik.
Friedrich Hähner-Springmühl (CDU) fragte sich zum Beispiel, ob die Diakonie nach einer Saison noch weitermachen will. Sein Parteikollege Benjamin Strunz sagte, dass keiner wisse, wie lange die Anlage noch hält, und dass die Folgekosten nicht einkalkuliert sind. Sven Itzek (AfD) vermisste eine Ausschreibung und schlug vor, eine eigene Eisbahn zu bauen und dann zu verpachten. An Constance Arndt gerichtet, sagte er: „Die Oberbürgermeisterin soll sich die alte Eisbahn kaufen und in den Garten stellen.“ Wolfram Keil (FfB) wies auf den Stromverbrauch von 125.000 Kilowattstunden hin und sprach wörtlich von energetischem Wahnsinn. Seine Alternativen: eine Kunststoffeisbahn oder nach Crimmitschau fahren.
Der Kompromiss sah nach etwa einer Dreiviertelstunde so aus: Der Sportstättenbetrieb mietet die Eisbahn für maximal 10.000 Euro, die Stadt gibt für Strom, Wasser etc. in der aktuellen Saison 23/24 voraussichtlich rund 50.000 Euro aus und mit der Diakonie wird ein Betreibervertrag für eine Saison abgeschlossen. Mieten und ein Jahr „Testlauf“ und dann wird neu entschieden – sieben Ausschussmitglieder stimmten dafür, Sven Itzek dagegen, Wolfram Keil enthielt sich.
Nun muss der Eigentümer entscheiden, ob er die Eisbahn vermietet, und die Diakonie, ob sie den befristeten Vertrag unterschreibt.