• Zwei Tage lang diskutierten Entscheider aus der Autobranche über den Strukturwandel. © Redaktion

    Zwei Tage lang diskutierten Entscheider aus der Autobranche über den Strukturwandel. © Redaktion

Experte: Stellenabbau bei Autozulieferern wird durch neue Jobs fast ausgeglichen

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Während im Zwickauer VW-Werk seit Montag das erste reine Großserien-Elektroauto vom Band läuft, tauschte sich die Branche im Rathaus der Automobilstadt über die Mobilität von morgen aus. «Insgesamt werden wir den Wandel ganz gut überstehen, davon sind wir überzeugt», sagte Dirk Vogel vom sächsischen Automobilzuliefernetzwerk AMZ am Mittwoch.

Beim 23. Internationalen Jahreskongress der Automobilindustrie diskutierten an zwei Tagen rund 300 Experten miteinander. Derzeit sei zwar noch nicht genau vorhersagbar, wie Elektroautos hierzulande angenommen würden, sagten Vogel und andere Fachleute. Prognosen sähen in den kommenden Jahren hierzulande einen Marktanteil von 5 bis 30 Prozent. Entscheidend für Sachsens Zulieferer sei momentan jedoch die Exportquote: Aktuell gehen 75 Prozent der in Deutschland produzierten Fahrzeuge ins Ausland.

Ohne Einschnitte bei Herstellern und Zulieferern werde es jedoch nicht gehen, so die Überzeugung des Branchenexperten Helmut Becker. Denn neben den neuen Antriebstechnologien sehe sich die Automobilindustrie auch einer schwächelnden Konjunktur gegenüber. 

Nach Angaben Vogels verzeichnet vorübergehend jedes zweite Zulieferunternehmen Rückgänge bei Umsatz und Aufträgen. Das sei unter anderem auf den Umbau des Zwickauer Volkswagen-Werks und das damit einhergehende Herunterfahren der Produktion zurückzuführen. 

Dennoch ist Sachsens Zulieferbranche laut einer AMZ-Studie vergleichsweise optimistisch. Demnach schätzen rund 80 Prozent der 200 befragten Betriebe die Beschäftigungsentwicklung bis 2025 als stabil oder positiv ein. 

Wegfallen werden Vogel zufolge rund 5000 der aktuell 75 000 Arbeitsplätze in der sächsischen Zulieferindustrie, vor allem beim Bau von Verbrennermotoren. «Gleichzeitig rechnen wir in den Bereichen Elektrik, Elektronik und Interieur mit bis zu 4000 neuen Arbeitsplätzen.»

Bis 2025 soll jedes zweite im Freistaat produzierte Fahrzeug einen Elektromotor haben. Neben vielen sächsischen Zulieferern nahmen an der Konferenz, die am Mittwoch zu Ende ging, auch Unternehmen aus Japan, Indonesien, Thailand, Mexiko, Ungarn und Finnland teil. (dpa)

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Dirk Vogel