Fahrradgate-Prozess: Polizistin in Leipzig verurteilt
Im sogenannten Fahrradgate-Skandal ist die angeklagte Polizistin Anke S. (47) am Dienstag vom Landgericht Leipzig zu einer Geldstrafe verurteilt worden - wegen Bestechlichkeit, Untreue und Verwahrungsbruch. Sie muss einerseits 17.100 Euro Strafe zahlen (380 Tagessätze zu je 45 Euro), außerdem wurde die Einziehung von 3885 Euro angeordnet.
Vorgeworfen wurden der früheren Leiterin der Asservatenkammer bei der Zentralen Bearbeitung Fahrradkriminalität (ZentraB) die Weitergabe bzw. der Verkauf von über 250 Fahrrädern an andere Polizisten - zwischen 2014 und 2018, meist gegen eine „Spende“ von 50 Euro. Im Laufe der Verhandlung blieben davon letztlich 72 nachgewiesene Taten übrig.
Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung gefordert. Die Polizistin war nach 25 Dienstjahren Ende 2020 suspendiert worden. In der Verhandlung hatten andere Polizisten ausgesagt, dass die Zustände in der Asservatenkammer chaotisch gewesen seien und sich S. als einzige dem Problem gestellt hätte.
Auch ihr Verteidiger betonte zum Schluss noch mal, dass hinter dem Handeln seiner Mandantin keine kriminelle Energie gesteckt habe. Die „Spenden“ habe sie nicht für sich behalten, sondern an einen Gartenverein gespendet. Wohl auch deshalb verhängte das Gericht letztlich keine Haftstrafe.