Prozess um Tod eines 27-Jährigen in Zwickauer Bank

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Mehr als vier Jahre nach einer Auseinandersetzung mit tödlichem Ausgang für einen 27-Jährigen in einer Zwickauer Bank müssen drei beteiligte Polizisten vor Gericht. Der Prozess wegen fahrlässiger Tötung gegen die 49, 50 und 54 Jahre alten Beamten beginnt am 4. November, wie das Landgericht am Donnerstag mitteilte. Insgesamt sind vier Termine bis zum 13. November angesetzt. Bei einer weiteren Kollegin sah die Kammer keine hinreichende Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung. «Sie ist erst am Schluss dazugekommen, ihre Handlungen waren nicht todesursächlich», sagte ein Gerichtssprecher.

Die Angeklagten sollen in der Nacht zum 24. Juli 2015 im Vorraum der Bankfiliale «durch übermäßige Gewaltanwendung» den späteren Tod des jungen Mannes verursacht haben. Der 27-Jährige hatte gegen einen Geldautomaten getreten, den Störknopf gedrückt und Alarm ausgelöst. Der um sich schlagende Zwickauer war plötzlich ohnmächtig geworden, als die Beamten ihn gefesselt hatten. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, er starb wenig später.

Laut rechtsmedizinischer Gutachten hatte der sehr muskulöse Bodybuilder ein vergrößertes Herz infolge von Anabolika-Missbrauch und Metamphetamin-Vergiftung. Er erstickte, weil er auf dem Bauch liegend über zehn Minuten lang festgehalten worden war. Der sehr aggressive Mann habe sich stark gewehrt, sagte der Gerichtssprecher. Als Todesursache wurde stress- und lagebedingtes Herzversagen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Mitschuld der Beamten aus, die Druck auf Rumpf, Hals und Gesicht ausübten. (dpa)