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Familie gibt wertvolles Archiv weiter an die Stadt

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Rüdiger Fikentscher sprach von einem Schatz, der nun am sichersten Ort sei – in der öffentlichen Hand. Er selbst hatte über Jahrzehnte das Archiv seine Unternehmerfamilie verwaltet und studiert. Am Mittwoch übergab er den zweiten und letzten Teil der Stadt.

Über ein Dutzend Ordner und weitere Dokumente gehören nun ebenfalls zum Bestand des Stadtarchivs. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß machte bei der Übergabe den Wert deutlich. Die Zeit der Industrialisierung sei mit Familiengeschichten verbunden. Als Beispiele nannte sie Friemann und Wolf oder Schocken. Aber nur sehr selten hinterlassen solche Familien ein derartiges Archiv und machen es zugänglich. „Geschichte wird so erlebbar“, so Pia Findeiß.

Fikentscher sei in Zwickau die erste große Firma im Zuge der Industrialisierung gewesen, sagte die Leiterin des Stadtarchivs Silva Teichert. 1845 hatte Friedrich Christian Fikentscher an der heutigen Reichenbacher Straße eine Glasfabrik gegründet. Daraus wurden die Steinzeugwerke, nach rund 100 Jahren ein VEB. 1996, einige Jahre nach der Privatisierung, endete die Firmengeschichte. „In Zwickau hat das Werk letzten Endes 150 Jahre lang  vielen Menschen Arbeit und Brot gegeben“, sagte Rüdiger Fikentscher, Urenkel des Gründers, unserem Sender.

Weithin bekannt als Fikentscher-Produkte waren Röhren für die Kanalisation, Dachziegel und Pflastersteine für Fußwege.

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Rüdiger Fikentscher
Pia Findeiß