Finanzausschuss lässt Deal mit Fliegerbauer platzen
Das Tauschgeschäft „Villa Kolpingstraße gegen Hotel Wagner“ ist vorerst vom Tisch. Im Finanzausschuss fiel der Vorschlag am Dienstagnachmittag mit Pauken und Trompeten durch.
Die Stadt wollte das Hotel Wagner für 250.000 Euro kaufen. Im Gegenzug sollte ihre Villa an der Kolpingstraße zu fast dem gleichen Preis veräußert werden. Hinter den Firmen, die hier als Vertragspartner unterschrieben hätten, steckt Kurt Fliegerbauer. Das allein war für mehrere Ausschussmitglieder Grund genug, den Vorschlag abzulehnen. Sie erinnerten an einen Stadtratsbeschluss von 1997, der Geschäfte mit dem Scientologen ausschließt. Solange der gilt, war für sie der vorgelegte Deal unmöglich.
Weiter erschien vieles unausgegoren und unklar. Zum Beispiel gab es keine Antwort auf die Frage, was mit den Kunstwerken wird, die in der Kolpingstraße lagern, wenn 2024 die Stadt ausziehen müsste. Offen blieb auch, ob das Grundstück auf der Bahnhofsstraße unbedingt benötigt wird, um die Innenstadttangente oder die Straßenbahntrasse zu bauen oder ob sich das umgehen lässt.
Nach einer Stunde Debatte wurde der Deal gekippt: Die drei Ausschussmitglieder der CDU enthielten sich, alle anderen lehnten ihn ab.
Update, Mittwoch, 9:55 Uhr: Tiefbauamtsleiter Thomas Pühn bedauert die Entscheidung des Finanzausschusses. Wie er am Tag nach der Sitzung unserem Sender sagte, wäre der Kauf des Hotels für die Verkehrsvorhaben am Bahnhof ein Meilenstein gewesen. Denn für die geplante Straßenbahntrasse werde das Grundstück gebraucht, für die Innenstadttangente ein Teil davon.