Fliegerbauer teilt weiter aus
Baulöwe Kurt Fliegerbauer schießt weiter gegen Oberbürgermeisterin Pia Findeiß und die Zwickauer Energieversorgung. Nach den Mauscheleivorwürfen im Zusammenhang mit Vereinssponsoring, denen die ZEV inzwischen mit der Offenlegung aller Zahlungen begegnete, erhebt der bekennende Scientologe nun Betrugsvorwürfe gegen den Energieversorger.
Auf einer Pressekonferenz im Holiday Inn sagte Fliegerbauer am Freitag, die ZEV pumpe bewusst zuviel Fernwärme in die Häuser, was die Nebenkosten für die Mieter in die Höhe treiben würde. Das hätten Messungen ergeben. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer: Die ZEV betrügt. Das sage ich in aller Entschlossenheit“, schlägt Fliegerbauer scharfe Töne an. Erst unter Druck wäre die ZEV bereit gewesen, Einstellungen zu korrigieren.
"Schwachsinn", so kommentierte ZEV-Chef Volker Schneider die Anschuldigungen gegenüber unserem Sender. Der Hausbesitzer allein sei für die Einstellung seiner Regelstation zuständig und die ZEV nicht interessiert daran, mehr einzuspeisen als nötig. Und er fügte hinzu: „Am heutigen Freitag endete für Fliegerbauer die Zahlungsfrist für seine Fernwärmerechnungen. Seine Pressekonferenz könnte damit zu tun haben.“
Gegen Findeiß erneuerte Fliegerbauer Vorwürfe, sie würde nichts gegen den Verfall denkmalgeschützter Häuser vor allem in der Nordvorstadt tun und sich stattdessen mit der von ihr nicht allein zu verantwortenden Sanierung des Kornhauses schmücken: „Der Stadtteil geht den Bach 'runter, kein Haus rechnet sich mehr für den Besitzer.“ Die Mieten seien auf dem Niveau von 1996, die Handwerkerleistungen aber hundert Prozent teurer geworden. Statt das Stadion für 18 Millionen Euro zu bauen, sollten die Hauseigentümer finanziell unterstützt und Häuser so erhalten werden – nach dem sog. Wächterhausprinzip. Doch der Stadt fehle ein Konzept.
Der Immobilienmogul, der nach eigenen Angaben rund 500 Häuser in Zwickau sanierte, kündigte an, seinen "Block 26" am Dom nächstes Jahr abzureißen, um einen Parkplatz daraus zu machen. Auf die Nachfrage eines Journalisten, wo er denn eigentlich wohne, entgegnete Fliegerbauer zunächst, dass das niemanden etwas angehe, um dann doch noch mitzuteilen: in Markkleeberg.