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Frankreichs EM-Held Griezmann beendet deutschen Traum

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Marseille (dpa) - Aus und vorbei - die Hoffnung auf das histo­ri­sche Titel-Double ist für Fußball-Weltmeister Deutsch­land geplatzt.Ein Missge­schick von Bastian Schwein­steiger und der erste Turnier-Patzer von Manuel Neuer besie­gelten im EM-Halbfi­nale das Aus für die entkräf­tete Mannschaft von Bundes­trainer Joachim Löw. Statt­dessen ebneten die beiden Tore von Mittel­feld­star Antoine Griez­mann Gastgeber Frank­reich den Weg ins EM-Finale gegen Portugal. Die deutsche Natio­nal­mann­schaft war nicht in der Lage, mit einem weiteren Kraftakt das 0:2 (0:1) und den Halbfinal-K.o. in Marseille abzuwenden.Das Team von Joachim Löw konnte am Donnerstag in einem Spiel auf Augen­höhe die zahlrei­chen Ausfälle am Ende nicht mehr kompen­sieren. Auch Abwehr­chef Jérôme Boateng musste noch vorzeitig verletzt vom Platz. So war es Super­star Griez­mann, der mit zwei Toren (45.+2 und 72.) die 200. Nieder­lage einer deutschen Mannschaft besie­gelte. Voraus­ge­gangen war vor dem ersten Tor ein folgen­schweres Handspiel von Schwein­steiger. Für Griez­mann waren es bereits die Turnier-Treffer Nummer fünf und sechs, für die Franzosen die geglückte Revanche für mehrere WM-Pleiten gegen den alten Rivalen, wie zuletzt beim 0:1 vor zwei Jahren im Viertel­fi­nale.„Wir spielen nicht nur gegen eine Mannschaft, sondern wir spielen gegen ein ganzes Land“, hatte Löw vor dem 28. Klassiker gegen Frank­reich gewarnt. Und entspre­chend furios und eupho­ri­siert gingen die Gastgeber ins Spiel. Die franzö­si­sche Offen­sive übte gleich großen Druck aus und wäre fast schon früh belohnt worden, als Griez­mann zwei Spieler aussteigen ließ und Neuer zu einer Parade zwang. Eine derar­tige Phase hatte die deutsche Mannschaft in diesem Turnier noch nicht erlebt.Es dauerte zehn Minuten, ehe der Weltmeister den Schwung der Franzosen unter­binden und selbst sein takti­sches System durch­bringen konnte. Löw hatte dabei mit einer neuen Variante überrascht. Dass Schwein­steiger erstmals die deutsche Mannschaft bei der EM auf das Feld führen würde, hatte er vorher schon angekün­digt. Neu war aber, dass Emre Can an seiner Seite im Mittel­feld zusammen mit Toni Kroos zu seinem ersten Einsatz kam. Damit kehrte Löw erstmals zum erfolg­rei­chen 4-3-3-System von der WM 2014 zurück, das die deutsche Elf ab dem Viertel­fi­nale bis zum Triumph von Maracana gespielt hatte.Und das takti­sche System ging auf. Schwein­steiger agierte als Abfang­jäger vor der Abwehr und hinter­ließ lange einen starken Eindruck. Der Kapitän stand fast immer richtig und brachte Ruhe und Ordnung ins deutsche Spiel. Durch die Überle­gen­heit im Mittel­feld konnte die DFB-Auswahl die schnellen Gegen­züge der Franzosen gut unter­binden und erarbei­tete sich selbst ein deutli­ches Überge­wicht.Die ersten Chancen ließen nicht lange auf sich warten. Erst war es der bei dieser EM so glück­lose Thomas Müller, der den Ball nicht richtig traf (13.). Dann hatte Can die große Chance zur Führung, den Schuss des Liver­pool-Profis fischte Hugo Lloris aber noch aus dem unteren Toreck. Die deutsche Mannschaft drängte die Franzosen in die eigene Hälfte zurück, auch weil die beiden Außen­ver­tei­diger Jonas Hector und Joshua Kimmich extrem hoch standen.Was fehlten, waren aber die klaren Torchancen - sei es bei einem Schuss von Schwein­steiger (26.) oder als Julian Draxler und Müller nach einer Herein­gabe den Ball nicht unter Kontrolle bringen konnten (32.). Szenen, die aber trotzdem zeigten, dass die Franzosen defensiv verwundbar waren.Die Elf von Trainer Didier Deschamps versuchte indes ihr Glück mit Kontern. Vor allem wurde es durch Griez­mann gefähr­lich. Der Bayern-Schreck - im Halbfi­nale der Champions League hatte er die Münchner mit seinem Tor im Rückspiel elimi­niert - war nur schwer in den Griff zu bekommen. Eine der größten Möglich­keiten der Franzosen resul­tierte aus einem Fehler von Boateng, doch Benedikt Höwedes klärte in höchster Not mit einer Grätsche gegen Olivier Giroud.Mit einem 0:0 zur Pause schienen sich die Teams abgefunden zu haben, als nach einer franzö­si­schen Ecke ein Handspiel von Schwein­steiger im Zweikampf mit Patrice Evra das Spiel ein wenig auf den Kopf stellte. Der Italiener Nicola Rizzoli, der auch schon das WM-Finale 2014 geleitet hatte, entschied folge­richtig auf Elfmeter. Es war fast schon eine Paral­lele zum Italien-Spiel, als Boateng ein ähnli­ches Malheur unter­laufen war.Der Rückstand machte es für die deutsche Mannschaft nicht einfa­cher. Die Franzosen zogen sich noch weiter zurück. Die deutsche Mannschaft suchte vergeb­lich die Lücke. Erschwe­rend kam hinzu, dass auch noch Boateng verletzt vom Platz musste. Schon die Ausfälle des gesperrten Mats Hummels und der verletzten Leistungs­träger Sami Khedira und Mario Gomez hatten das Unter­fangen erschwert. Das Anrennen brachte nichts ein, statt­dessen ging der Schuss nach hinten los. Paul Pogba tanzte Kimmich aus, dessen Flanke verlän­gerte Neuer vor die Füße von Griez­mann, der zum 2:0 einschoss.Trotzdem gab sich der Weltmeister nicht geschlagen. Kimmich setzte einen Schuss an den Pfosten (74.), Draxlers Freistoß strich nur knapp am Tor vorbei (76.). Sogar in der Nachspiel­zeit hatten noch Kimmich und Mario Götze große Chancen, doch es reichte nicht mehr.