Freistaat fährt bei JVA-Neubau offenbar zweigleisig – Stadt spielt mit
Die Stadt ist darauf vorbereitet, dass der Freistaat das neue Gefängnis nicht in Pöhlau, sondern auf dem früheren RAW-Gelände errichtet. Das geht aus einer Beschlussvorlage für die Sitzung des Stadtrates in zwei Wochen hervor. Demnach sollen dem Land die benötigten Grundstücke samt Altlasten für 75.000 Euro verkauft werden. Im Gegenzug verpflichtet sich Zwickau, für knapp sechs Millionen Euro eine Straße zu bauen. Kleingärtner, die dafür ihre Parzelle aufgeben müssen, würden entschädigt.
Und auf eine weitere Forderung will die Stadt eingehen: Einige Gebäude neben dem RAW-Gelände sollen auf städtische Kosten abgerissen werden. Allerdings können beide Seiten bis Jahresende vom wieder Vertrag zurücktreten. Noch vor einem Monat hatte der Freistaat mitgeteilt, er habe sich die Fläche des ehemaligen Plattenwerkes in Pöhlau für den Gefängnisneubau gesichert. Dass er nun zweigleisig fährt, soll wohl die Verhandlungsposition gegenüber dem Pöhlauer Privateigentümer stärken.
Die Haftanstalt, die Sachsen gemeinsam mit Thüringen bauen will, soll ab 2017 Platz für 740 Häftlinge haben und die Gefängnisse in Hohenleuben, Gera und Zeithain ersetzen. Die Kosten liegen bei mehr als 100 Millionen Euro.