FSV in der Finanzkrise - Freundschaftsspiele sollen Loch stopfen
Der FSV steckt sportlich und finanziell in der Krise. Sportlich ist es der vorletzte Platz in der dritten Liga, finanziell geht es um ein Loch in der Kasse von 411.000 Euro. Das sagte Vorstandssprecher Tobias Leege am Mittwochnachmittag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.
Der DFB hatte sich am Freitag die Bücher zeigen lassen und dem Verein eine Frist gesetzt. Bis zum 23. Januar müssen verbindliche Einnahmen her – bzw. muss aufgezeigt werden, wo Geld eingespart werden kann.
An diesem Business-Plan arbeitet der Rumpfvorstand um Tobias Leege derzeit, nachdem zwei Vorstände das Handtuch geworfen hatten.
411.000 Euro – woher kommt das Minus?
Erstens: Altlasten aus der vergangenen Saison. Die war nicht ausgeglichen zu Ende gegangen.
Zweitens: das fehlende Eröffnungsspiel, weil das die Polizei nicht absichern konnte wegen des Sachsentages.
Drittens: keine Einnahmen aus dem ersten Heimspiel in Dresden – im Gegenteil.
Viertens: zu wenig Sponsorengelder. Es fehlen im Vergleich zum Plan 300.000 Euro.
Wie also raus kommen aus dem Schlamassel?
Mehr Sponsoring-Einnahmen – klar. Da sind die Marketingleute beim FSV gefordert. Aber vor allem soll über Freundschaftsspiele Geld hereingeholt werden. Fix ist der VfB Stuttgart. Termin steht aber noch nicht. Verhandlungen mit einem weiteren Bundesligisten laufen.
Trainingslager Türkei: gestrichen. Und: Zahlungen an die Rentenkasse für den früheren Geschäftsführer Lars Schauer konnten bereits reduziert werden.
An den Zuschauern liegt es übrigens nicht, dass der FSV in der Finanzkrise steckt: Im Schnitt wurde eine Punktlandung hingelegt, sagt der Vorstand.
Wenn der FSV den DFB in der Nach-Lizenzierung bis zum 23. Januar nicht überzeugen kann, was dann?
Dann drohen Punktabzug und Geldstrafe. Jetzt ist der Spielbetrieb gesichert. Bis Frühjahr, sagte Vorstand Tobias Leege. Sollten alle Bemühungen um mehr Einnahmen und Ausgabenreduzierungen nicht fruchten, drohe die Insolvenz
Was den Fans bleibt? Zum Spiel gehen am Sonntag gegen Duisburg. Ein volles Stadion bringt ganz wichtige Einnahmen.