FSV-Vorstand: „Wir sind auf einem guten Weg“
Für den Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Rogsch ist beim FSV Zwickau das Glas nicht halbleer, sondern halbvoll. Diese Sicht teilten wohl die meisten der rund 200 Vereinsmitglieder, die am Samstag in die Business-Lounge der GGZ-Arena gekommen waren. Die Stimmung bei der Mitgliederversammlung war positiv, aber nicht euphorisch. Es gab viel Applaus für die Verantwortlichen.
Die Spielbetriebs-GmbH hat Ende Juni vorigen Jahres ein Minus von 1,65 Millionen Euro eingefahren. Ein Jahr später, also in einem Vierteljahr etwa, wird mit einem Plus von zirka 180.000 Euro gerechnet. Als Gründe nannte Vorstand André Beuchold unter anderem Sponsoring-Einnahmen von über zwei Millionen Euro und Zuschauerzahlen, die höher ausfallen als erwartet – etwa 900 mehr pro Spiel.
Bei allem hat der FSV immer noch 1,9 Millionen Euro an Verbindlichkeiten im Nacken. Für große Schritte nach vorn sei kein Spielraum, Gewinne müssen in die Tilgung von Altschulden gesteckt werden, erklärte André Beuchold. „Wir sind nicht über den Berg“, sagte er weiter. Seinen Bericht schloss er mit den Worten: „Es bleibt schwer, aber wir sind auf einem guten Weg.“
Bei der Aussprache zu den Berichten gab es nur eine Wortmeldung. Nachdem es Sportdirektor Robin Lenk kurz zuvor mit der Lobhudelei nicht übertreiben wollte, meinte Jürgen Weber, dass es gar nicht genug Lob geben könne, und fügte hinzu: „Was der FSV in der Region angestoßen hat, das hätte ich nicht für möglich gehalten.“ Beifall.
Keine Kritik? Peter Rogsch übte Selbstkritik: Er räumte ein, dass in den vergangenen Jahren die Kontrolle nicht in Gänze gelungen sei. Mitglieder übten ebenfalls Kritik – und zwar bei der Abstimmung über die Entlastung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Viermal gingen mehr orangefarbene Nein-Karten hoch als grüne Ja-Karten. Nicht entlastet wurden: Frank Fischer (Vorstand und Aufsichtsrat), Ingo Kursawe und Wolfgang Elsel (beide Aufsichtsrat). Von Bedeutung ist dieses Votum allerdings nur dann, wenn der FSV pleitegeht.
An Insolvenz dachte vermutlich keiner im Raum. Peter Rogsch erinnerte sich an seine Vorstellung, dass jedes Jahr von den Schulden eine Million abgebaut wird. „Ich denke, in zwei Jahren haben wir eine ganz andere Mitgliederversammlung.“