Gericht: Täter stach im Wahn zu – geschlossene Psychiatrie
Der Unfall sorgte im Januar für Verwunderung: Ein Auto war in Reichenbach in die Göltzsch gestürzt, der Fahrer starb in der Nähe, bevor die Rettungskräfte eintrafen. Der Tatverdächtige stand jetzt in Zwickau vor Gericht. Am Mittwoch fiel das Urteil: Wegen Totschlages wurde der 26-Jährige für unbestimmte Zeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.
Täter und Opfer stammen aus Tschetschenien. Sie kannten sich vor der Autofahrt am 12. Januar nicht. Ibragim D. wollte seinen Landsleuten einen Gefallen tun und die Familie von Buvaisar I. von Leipzig nach Netzschkau bringen. Kurz vor dem Ziel stach der Familienvater auf den Fahrer ein – er traf ihn am Hals und am Oberkörper. Die Fahrt endete in der Göltzsch. Ibragim D. flüchtete in ein nahegelegenes Geschäft und erlag dort seinen Verletzungen.
„Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme war der Beschuldigte während der Autofahrt von Wahnvorstellungen besessen, aufgrund derer er die Realität völlig verkannte und nicht mehr in der Lage war, seine Handlungen zu steuern“, teilte die Pressesprecherin des Landgerichts Zwickau mit, „nach Einschätzung des Sachverständigen leidet der Beschuldigte unter einer paranoiden Schizophrenie.“ Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte die Straftat im Zustand der Schuldunfähigkeit beging und deshalb für die Allgemeinheit gefährlich ist – er wurde wie erwähnt in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.