Gesundheit am Arbeitsplatz wird Unternehmen in Sachsen immer wichtiger
Fitnessräume, Laufgruppen, kostenfrei Getränke und Obst: Gesundheit am Arbeitsplatz wird den Unternehmen in Sachsen immer wichtiger. „Die Tendenz ist klar zunehmend“, sagte der Sprecher der Industrie- und Handelskammer Dresden, Lars Fiehler. Viele Bewerber für Jobs hätten da mittlerweile hohe Erwartungen, die von den Unternehmen schlichtweg bedient werden müssten.
Gebräuchlich sind laut Fiehler vor allem Arbeitsplatzmassagen, betriebliche Fitnessräume oder eine Kooperationen mit Fitnessstudios, firmeneigene Laufgruppen, kostenfrei Getränke und Obst, ergonomische Arbeitsplatzanalysen, höhenverstellbare Tische, Gesundheitstage mit Rückenschule, Stressbewältigungsseminare, regelmäßige betriebsärztliche Untersuchungen, Kostenübernahme für Arbeitsplatzbrillen speziell bei Computer-Arbeitsplätzen, betriebliches Wiedereingliederungsmanagement nach langen krankheitsbedingten Ausfällen.
Aktuell werde viel zum Thema Job-Rad diskutiert, bei dem der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern - vergleichbar einem Dienstwagen - eine Dienstfahrrad zur Verfügung stellt, das vor allem auf dem Weg von und zur Arbeit genutzt werden soll, sagte Fiehler. „So wird nicht nur auf das Konto Ökologie, sondern auch bei Bewegung und Gesundheit eingezahlt.“
Bei Volkswagen in Sachsen werden unter anderem Kurse in Pilates, Rückentraining, Faszientraining, Laufcoaching, Grippeschutzimpfung angeboten. Die Mitarbeiter würden bei der Gestaltung der Angebote beteiligt, hieß es. Bei Infineon in Dresden gehören regelmäßige Kurse wie etwa Rückentraining und Yoga zum Programm. Es gebe Schulungen zur Gesundheit und Sportgruppen, Krebsvorsorgeprogramme.
Seit Oktober bietet die Stadtverwaltung Leipzig ihren Mitarbeitern in der Pausenzeit an verschiedenen Verwaltungsstandorten „Business Yoga“ an. Das sei ein halbstündiger Yoga-Kurs, der an die Erfordernisse der Arbeitswelt angepasst sei und bei dem die Mitarbeiter Techniken zur Entspannung und Aktivierung erlernten, hieß es.
Laut der Barmer Ersatzkasse in Dresden sind Muskel-Skelett-Erkrankungen - zumeist Rückenbeschwerden - leicht zurückgegangen. Die Fehltage durch diese Erkrankung seien 2018 in Sachsen verglichen mit 2017 je 100 Beschäftigte um 16 gesunken. „Die Maßnahmen von betrieblicher Gesundheitsförderung scheinen zu wirken, sagte Barmer-Landesgeschäftsführer Fabian Magerl.