Glockengeläut, Andachten und Demo fürs Klima
Kirchenglocken waren heute auch in Zwickau schon fünf vor Zwölf zu hören. Damit wurde auf den Ernst der Lage hingewiesen und der Klimastreik buchstäblich eingeläutet. Zu den beiden Andachten im Dom St. Marien kamen rund 20 Frauen und Männer, zur Demo auf dem Hauptmarkt etwa hundert, vor allem jüngere.
Mit dem Glockenläuten wurde signalisiert: Christen teilen die Einschätzung, dass die Zeit drängt. „Auch wir sehen uns in der Verantwortung“, hieß es bei den Andachten. Gebetet wurde für alle, die an dem Tag demonstrieren, für Verantwortliche in Politik und Gesellschaft, für Menschen, die dem Klimaschutz skeptisch gegenüberstehen, und „für uns alle, die wir noch zu träge sind, um wirklich ernst zu machen mit der Wertschätzung und der Feinfühligkeit, die Gottes Schöpfung in unserem alltäglichen Handeln verdient.“
Die Demo der Friday-For-Future-Bewegung stand unter dem Motto „Alle für 1,5“. Gemeint war damit der Einsatz dafür, dass das Pariser Klimaabkommen eingehalten wird und die Erderwärmung diese Marke nicht überschreitet. Calvin Thomas nannte einige der jüngsten große Brände und Stürme: „Die Erde kann nicht mehr“. Er verlangte: „Wir müssen handeln.“ Ein konkreter Schritt wäre zum Beispiel, „ein Viertel aller Kohlekraftwerke sofort abzuschalten“, sagte Calvin Thomas am Rand der Demo. Ein anderer wäre, die Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen nicht mehr so zu subventionieren wie bisher.